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. . . schauen Sie doch mal wieder auf unsere Unterseiten "Texte", "Täter", "Taten", "Mitwisser" . . . 



22.06.2018
Wir trauern um
Ulrich Scheuffele
verstorben am 20. Juni 2018

Wir haben ihn am
Dienstag, 26. Juni 2018, 13.30 Uhr
auf dem Friedhof Markgröningen
zur letzten Ruhe geleitet.

Ein persönlicher Nachruf von Peter Meincke

Ich gehöre zu den Glücklichen, die Ulrich Scheuffele begegnet sind, vor genau vier Jahren zum ersten Mal. Der Anlass war kein schöner: der Wunsch nach Aufklärung der an Kindern begangenen Verbrechen in den Korntaler Kinderheimen führte uns zusammen.

Ulrich Scheuffele ist dort Zivildienstleistender gewesen, hat schon damals Missstände angeprangert und ist nicht gehört worden. Er hat mir gleich bei unserer ersten Begegnung erzählt, dass dies ein noch unvollendetes Kapitel seines Lebens ist. Und wie wenn eine höhere Macht es gefügt hätte, ist jetzt kurz vor seinem Tode der erste große Aufklärungsbericht über den Korntaler Missbrauchsskandal erschienen, sozusagen sein Vermächtnis.

Uli hat sich immer für Menschen engagiert, denen Unrecht geschehen ist. Und nicht nur das, er war auch denen auf der Spur, die Unrecht begingen. Unerbittlich gegenüber den „Verbrechern“, wie er sie nannte und gleichzeitig mit großer Empathie für die Opfer gelang es ihm immer, viele Mitstreiter um sich zu versammeln, um für eine gute Sache zu kämpfen.

So hat er auch mich gewonnen, mit ihm zusammen die „Opferhilfe Korntal“ zu gründen. Ulrich Scheuffele hat den größten Anteil am Gelingen, ohne seine unzähligen Kontakte zu den Medien wäre alles im Stillen geblieben.

Uli aber war laut, unüberhörbar und kompromisslos in seinem Bestreben, die Würde von Menschen zu verteidigen oder wieder herzustellen. Der Titel des Korntaler Berichtes: „Uns wurde die Würde genommen“, er könnte von ihm stammen.

Kultur, Musik, Geschichte, Heimatkunde, Fotografieren in der Natur und immer wieder Russland, seine Reisen dorthin und der Kulturaustausch mit diesem Land, auch dies alles gehörte zu Ulis reichem Leben, das viel zu früh zu Ende ging.

Lieber Uli, ich habe Dir viel zu verdanken und verspreche, Dein Vermächtnis zu pflegen und weiter zu führen.

 

 



21.06.2018
Kontakt zu Ehemaligen gesucht

Daniel Sollner sucht Kontakt zu ehemaligen Schulkameraden. Er besuchte die Johannes-Kullen-Schule in den Schuljahren 1986/87 bis 1990/91. Es gibt Erinnerungen an den langjährigen Klassenlehrer Herrn Pflugfelder. Daniel Sollner wohnte zu der Zeit auch im Kinderheim. Er würde sich freuen, ehemalige Klassenkameraden wieder zu kontaktieren. 

Wenn Sie an einer Kontaktaufnahme interessiert sind, schreiben Sie bitte an 
opferhilfe-korntal@gmx.de
wir leiten Ihre mail an Daniel Sollner weiter.



07.06.2018
Aufklärungsbericht

Seit heute liegt der Aufklärungsbericht zum Missbrauch in den Kinderheimen der Evang. Brüdergemeinde Korntal und Wilhelmsdorf vor. Der Bericht kann online gelesen werden, ebenso eine kurze Zusammenfassung. Die Dokumente finden Sie auf der

Homepage der Moderatoren und Aufklärer.

Die Informationen auf der Seite der Operhilfe Korntal über Mitwisser, Täter, Taten und Tatorte werden nun den Informationen des Aufklärungsberichtes zugeordnet. Dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen.





12.05.2018
Umfrage
Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs bittet uns darum, auf eine aktuelle Umfrage hinzuweisen. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben:

Unter diesem Link ist der Fragebogen zu erreichen:
Umfrage



25.03.2018
Missbrauch in der Kindheit
kann das ganze Leben zerstören.

Eine Geschichte, die zwar nicht in Korntal spielt, aber sehr eindrücklich schildert, was auch bei uns hundertfach angerichtet wurde.



15.02.2018
!!! Neue Informationen !!!
Die offizielle Homepage des Korntaler Aufklärungsprozesses hat viele neue Informationen für Sie.
Dort finden sich auch wichtige Kontakt-Möglichkeiten für Betroffene.

 






28.01.2018
Vortrag Pater Mertes am 22.01.2018

Pater Mertes, früherer Rektor des Canisius Kolleg in Berlin, heute Rektor des Jesuitenkollegs St. Blasien, hielt auf Einladung der Brüdergemeinde am 22.01.18 einen Vortrag über „Trauma und Institution“. Unter diesem sperrigen Thema berichtete er über seine Erfahrungen, die er als neuer Rektor gemacht hat, als er mit dem sexuellen Missbrauch im Canisius Kolleg konfrontiert wurde.

Drei gestandene Männer, ehemalige Schüler in den 70er und 80er Jahren, seien zu ihm gekommen und wollten, dass bestimmte ehemalige Lehrer nicht zum 30-jährigen Abiturjubiläum eingeladen werden. Sie begründetem das mit schwerem sexuellem Missbrauch und schilderten, was damals vorgefallen war. Pater Mertes bezeichnet sich heute als „Glückskind“, weil er das einzig Richtige getan hat, er hat den Männern geglaubt.

Zu einem weiteren richtigen Schritt hat ihn seine Kollegin gebracht. Als er die Situation mit den Lehren besprechen wollte, hat sie gesagt, es geht um die Betroffenen, mit denen musst Du zuerst sprechen. Man muss den Betroffenen zuhören.

Hier liegt meines Erachtens der Schlüssel für eine Aufarbeitung. Es geht um die Betroffenen, wie sie ihre Zeit im Kinderheim erlebt haben, und um deren Verletzungen. Es geht nicht um die historische Wahrheit, es geht nicht darum, ob alles gerichtsfest beweisbar ist. Widersprüche oder Ungenauigkeiten machen die Schilderungen der Betroffenen nicht unglaubwürdig. Wichtig ist, dass man den Betroffenen ihre Geschichte glaubt, auch wenn einzelne Punkte vielleicht nicht richtig erinnert werden. Das Gedächtnis funktioniert nicht wie eine Festplatte im Computer, die alles genau so wiedergibt, wie es abgespeichert wurde.

Die Aufarbeitung kann nicht erfolgreich sein, wenn einzelne Mitglieder der Institution in öffentlichen Äußerungen von Betroffenen Unwahrheiten suchen. Es steht außer Frage, dass sehr schlimme Dinge vorgefallen sind. Diese Dinge werden nicht weniger schlimm, wenn man nachweisen kann, dass ein Betroffener gar nicht im Ferienlager war.

Die Interviews, die Frau Dr. Baums-Stammberger mit den Betroffenen geführt hat, werden anonymisiert und statistisch ausgewertet. Kein Betroffener muss fürchten, dass jemand kommt und einzelne Erinnerungen in Frage stellt. Die hohe Zahl von über 100 Interviews gewährleistet, dass die statistische Auswertung ein zutreffendes Bild zeichnet. Mit diesem Bild muss man sich auseinandersetzen, wenn die Aufarbeitung gelingen soll.

Dr. Ludwig Pätzold


 




07.01.2018
zur Erinnerung
ARD-Sendung "Report Mainz" vom 30.05.2017




06.12.2017
Offizielle Website der Aufklärung
Ab jetzt können Sie sich auf der offiziellen Homepage über den tatsächlichen Stand der Aufarbeitung informieren. Diese ganz neue Seite wird von Frau Dr. Baums-Stammberger verantwortet und gibt ausschließlich Informationen zum Sachstand.


Dort finden Sie unter anderem auch Rückmeldungen von Betroffenen nach den Gesprächen mit den Aufklärern.


 

 

Diesen Internet-Auftritt gibt es seit dem 9. Juli 2014.