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28.08.2016, 12.05 Uhr in SWR 2
In der Sendereihe "SWR2 Glauben":

Kommissionen, runde Tische, Interviews
Von der Langmut der Missbrauchs-Aufarbeitung
Von Silke Arning

Anmerkung der Opferhilfe:
. . . was Korntal angeht, hat es die inzwischen aufgelöste Steuerungsgruppe geschafft, der Brüdergemeinde fast zwei Jahre Zeitgewinn zu verschaffen. Noch vor Beginn der für Herbst 2016 geplanten Mediation wird abermals auf Zeit gespielt. Wir haben hier schon zum wiederholten Male die Frage gestellt, wer hinter der Absicht steckt, die Missbrauchsgeschichte zu einem Hauptthema des Korntaler Jubiläumsjahres 2019 zu machen. 


 

18.07.2016 dpa-Meldung

Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen

in Kinderheimen der evangelischen Brüdergemeinde in Korntal soll nach einem Zerwürfnis der Beteiligten neu aufgenommen werden
. Die Brüdergemeinde hat dafür auf Empfehlung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs der Bundesregierung zwei Mediatoren aus Frankfurt gewonnen, wie sie am Montag mitteilte. Sie versuchen demnach mit den Opfervertretern bis Ende September Grundlagen für den neuen Aufarbeitungsprozess zu erarbeiten. Vertreter der mutmaßlichen Opfer waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. In den Heimen der Gemeinde sollen nach Angaben der Opfervertreter zwischen 1959 und 1975 Kinder sexuell missbraucht und misshandelt worden sein. Die Brüdergemeinde geht davon aus, dass einiges davon stimmt. Im bisherigen Dialog mit den mutmaßlichen Opfern hatte es Zerwürfnisse gegeben, die Opfergruppen hatten der Forscherin, die die Aufarbeitung betreiben sollte, das Vertrauen entzogen. Daraufhin legte die Gemeinde im März den Dialog zunächst auf Eis. 




. . . auf den privaten Internetseiten der hier kritisierten früheren Steuerungsgruppenmitglieder werden die Analysen von Dr. Pätzold betr. Detlev Zander pauschal als "Falschaussagen" bezeichnet. Jedoch wird keine dieser Aussagen widerlegt. Sie können auch nicht widerlegt werden, weil es sich ja meist um Aussagen und Handlungen von Detlev Zander selbst handelt, die vielfach dokumentiert sind. Es ist schon dreist, eigene Aussagen und Handlungen, die jeder nachlesen kann, als nie geschehen zu bezeichnen. Menschen, die so mit der Wahrheit umgehen, fügen der Aufarbeitung großen Schaden zu. Wenn Detlev Zander seine Unglaubwürdigkeit in dieser Weise öffentlich unter Beweis stellt, schadet er seinem ganzen Anliegen. Wenn man mit großen Forderungen an Andere herantritt, ist es dass Mindeste, zu dem zu stehen, was man selbst öffentlich gesagt, getan und geschrieben hat. Wer von anderen die Wahrheit fordert, muss an sich selbst den gleichen Maßstab anlegen.

 



07.06.2016

Warum ist die Aufarbeitung des Missbrauchs
in den Kinderheimen der Korntaler Brüdergemeinde gescheitert?

Die Brüdergemeinde verweist in ihrer Zeitschrift „Akzente“ auf Diffamierungen und Drohungen aus den Reihen ehemaliger Heimkinder. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Gescheitert ist die Aufarbeitung auch daran, dass die Brüdergemeinde keinen Vertrag mit der Hochschule Landshut über die wissenschaftliche Aufarbeitung zustande gebracht hat.

Das Konzept für die Aufarbeitung im Dialog wurde im März 2015 auf einem Opfertreffen vorgestellt, auf dem Kirchentag im Juni 2015 wurde es als bundesweit einmalig gefeiert, am 31.10.2015 wurden auf einem Workshop die Wissenschaftlerinnen und die Struktur vorgestellt.

Am 5. Februar 2016 erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Gremien der Brüdergemeinde dem Konzept zwar grundsätzlich zugestimmt hätten, ein Vertrag mit der Hochschule Landshut aber noch ausgehandelt werden müsse. Drei Wochen später entzog Detlev Zander Frau Prof. Dr. Wolff, die er noch am 31. Januar in hohen Tönen gelobt hatte, das Vertrauen.

Nachdem die Brüdergemeinde 10 Monate nach ihrer Ankündigung noch immer keinen Vertrag über die wissenschaftliche Aufarbeitung abgeschlossen hatte, kamen die Attacken von Detlev Zander offenbar gerade recht, um davon abzulenken, dass man sich mit der Hochschule Landshut nicht einig geworden ist.

Wir hatten schon nach der Präsentation der wissenschaftlichen Aufarbeitung darauf hingewiesen, dass das Projekt schwerwiegende Mängel hat, die die wissenschaftliche Aufarbeitung wertlos machen:Ÿ 

Es ist gut denkbar, dass die Wissenschaftlerinnen um ihr wissenschaftliches Renommee gefürchtet haben, sollten sie diese Beschränkungen akzeptieren und dass deshalb der Vertrag mit der Hochschule Landshut gescheitert ist.

Frau Prof. Dr. Wolff hatte im Sommer des vergangenen Jahres gesagt, dass sie auch mit beiden Opfergruppen zusammenarbeiten könne. Der Entzug des Vertrauens durch Detlev Zander führt deshalb nicht zwangsläufig zum Scheitern des Projektes.

Dr. Ludwig Pätzold


 

06.06.2016

Richtigstellung der Opferhilfe Korntal

Detlev Zander wehrt sich in einer „Richtigstellung“ gegen die Behauptung der Brüdergemeinde in der neuen Ausgabe von „Akzente“, Frau Prof. Dr. Wolff hätte sich nach „zahlreichen persönlichen Diffamierungen und Drohungen aus den Reihen ehemaliger Heimkinder“ zurückgezogen. Er schreibt, „wenn hier von Diffamierungen die Rede ist, so ist dies der Opferhilfe Korntal ... zuzurechnen“. Hierzu stellt Frau Prof. Dr. Wolff fest, „die Opferhilfe ist nicht mein Gesprächspartner“ (StZ 02.11.15). Die Opferhilfe Korntal taugt deshalb nicht als Sündenbock.

Wie wäre es, sehr geehrter Herr Zander, wenn Sie sich daran erinnern und nachlesen würden, was Sie gesagt und geschrieben haben? Das, was öffentlich zugänglich ist, rechtfertigt den Vorwurf der Diffamierung.

Dr. Ludwig Pätzold



06.06.2016

Verein

Detlev Zander hat einen Verein gründen lassen.

Gründungsmitglieder sind 7 Honoratioren aus dem niederbayerischen Plattling. Weitere Mitglieder nimmt der Verein nur als fördernde Mitglieder ohne Stimmrecht auf. Der Verein soll Spenden sammeln für die Unterstützung der Betroffenen. Weil nach der Satzung die Mitglieder keine Zuwendungen vom Verein erhalten dürfen, ist Zander nicht Mitglied.

Die Namen der Gründungsmitglieder erfährt man nur, wenn man die Satzung des Vereins liest, in den Spendenaufrufen stehen keine Namen. Vorstand ist Gerald Kammerl, der auf dem Opfertreffen am 23.05.15 per Telefon erklärt hat, dass er die Spende von 900 Euro für den Stand auf dem Kirchentag an die Großspenderin zurückbezahlt. Die war nicht damit einverstanden, dass die Brüdergemeinde auf dem Stand der Heimopfer vertreten ist. Seither hat man nichts mehr von Herrn Kammerl gehört. Freundliche Bitten, Erinnerungen, Mahnungen blieben ohne Antwort.

Von den anderen Gründungsmitgliedern ist nichts bekannt. Heimopfer haben im Verein nichts zu sagen. Vermutlich werden nur wenige von den eingesammelten Spenden profitieren.

Dr. Ludwig Pätzold

 




RA Klose fordert für die kleine Gruppe um Detlev Zander
Geld von der Brüdergemeinde.


Zeitgleich mit der Pressemitteilung über die anwaltliche Unterstützung der Gruppe um Detlev Zander durch Rechtsanwalt Klose aus Regensburg hat dieser in einem Schreiben an die Brüdergemeinde finanzielle Forderungen gestellt. Die Brüdergemeinde soll an die Gruppe sofort 10.000 Euro überweisen, über die ohne Abrechnung oder Nachweis verfügt werden kann. Darüber hinaus verlangt die Gruppe die Zahlung von Miete, Telefon und anderen Auslagen.

Wer seriös an der Aufarbeitung des Missbrauchs in der Brüdergemeinde arbeitet, sollte auch für Kosten und Auslagen Belege vorlegen und abrechnen.

Nicht erwähnt wird in dem Schreiben, dass Detlev Zander ausdrücklich nicht für alle Heimopfer spricht und RA Klose nur die kleine Gruppe um Detlev Zander anwaltlich unterstützen will.

Wieder einmal zeigt sich, dass es nur ums Geld geht. Nachdem Detlev Zander im Dezember des vergangenen Jahres vom überschwänglichen Lob der Brüdergemeinde und Frau Wolff auf eine heftige Kritik umgeschwenkt ist, erinnert ihn die Brüdergemeinde daran, dass über den Kostenvorschuss mit Belegen abgerechnet werden muss.

 

 

Die Aufarbeitung des Missbrauchs in den Kinderheimen der Brüdergemeinde hat einen schweren Rückschlag erlitten: eine kleine Gruppe will sich, vorbei an den anderen, Geld erstreiten.

(die schriftlichen Belege liegen vor.)

Ergänzung: seit heute, 13.05.2016, reagieren die "Gelderstreiter" mit persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen, anstatt umgehend ihre Ausgaben zu belegen. Auf dieser Internetseite gibt es keine Falschmeldungen, nur belegbare Tatsachen, die den Reaktionen nach wohl ins Schwarze getroffen haben. Herr Detlev Zander will in unfeiner und etwas hilfloser Weise - wieder einmal - auf die Arbeitgeber seiner Kritiker Druck ausüben. Wie wäre es denn mit einem Rechenschaftsbericht über das letzte Jahr? Was hat die Detlev-Zander-Gruppe denn tatsächlich erreicht für alle Heimopfer? Wie wurde das viele Geld verwendet? Für alle Heimopfer? Wieso wird weiterhin Stillschweigen über die Arbeit der Steuerungsgruppe gegenüber den Leidensgenossen bewahrt? Was gibt es da zu verbergen? Niemand will Detlev Zander "aus dem Weg räumen", wie er immer wieder theatralisch behauptet. Er soll einfach die offenen Sachfragen beantworten. Wer mit fremdem Geld und im Namen anderer öffentlich agiert, muss sich solche Sachfragen gefallen lassen. Dass Detlev Zander alleine schon die Forderung nach Transparenz als Verschwörung oder Beleidigung sieht, lässt vermuten, dass er Schwierigkeiten hat, einen Rechenschaftsbericht gegenüber seinen Mitopfern zu erbringen. Neue Geldforderungen zu stellen und gleichzeitig andere Heimopfer ausschließen, das geht gar nicht. Die Kritik verstummt nicht, indem man die Kritiker zum Schweigen bringt, sondern indem man die Kritikpunkte klärt, sachlich und mit Belegen. Wer keine Belege vorlegt oder die Protokolle der Steuerungsgruppe vor den anderen verheimlicht, handelt eben nicht seriös, sondern intransparent. Dies gilt für jedermann und somit auch für Detlev Zander.

Hier stehen Tatsachen, die man gerne kritiseren darf, aber man muss sie gegebenenfalls mit Fakten widerlegen. Und solange dies nicht geschieht, darf man getrost davon ausgehen, auf dieser Seite hier korrekt informiert zu werden. Die Opferhilfe setzt sich für eine Gleichbehandlung aller Heimopfer ein, Sonderrechte für eine kleine Gruppe oder Zuwendungen nur an diese führen zu Missgunst und Spaltung, das muss nun ein Ende haben. Dass die seither Begünstigten laut aufschreien, kann man verstehen, aber gleiches Recht für alle zu fordern, ist oberstes Gebot.

Zur INFO: Diese Website liegt auf einem privaten Server und wird ehrenamtlich betreut.




Mai 2016
Jahrestage

Am 6. Mai 2015 erschien das Buch "Und Gott schaut weg", ein Roman, in dem auch viele Erlebnisse der Korntaler Heimopfer verarbeitet sind. Ein erster Schritt zur Korntaler Aufarbeitung, so dachte man.

Doch dann kam der 11. Mai 2015. Da tagte die damals noch neue Steuerungsgruppe. Und da geschah es. Am nächsten Tag berichteten die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe freudestrahlend - damals sprachen sie noch mit uns - dass nun alles anders werde: ' wir bekommen ein Büro, Handys, Computer und großzügige Spesen' usw. Wir fragten nach, ob es das einfach so gäbe oder was denn der Preis für diese Wohltaten sei. Die Antwort war ehrlich:

'Nun, wir haben uns verpflichtet, keine Informationen an unsere Leidensgenossen weiterzugeben. Zudem müssen wir uns von unseren Unterstützern distanzieren. Der Grund? Die informieren immer gleich die Presse. Nun aber soll Ruhe einkehren. Auch unser Büro und die Zentrale für die Aufarbeitung soll an einem hunderte Kilometer entfernten Ort eingerichtet werden, um die Korntaler Bürger da rauszuhalten. Und auf dem bald folgenden Kirchentag in Stuttgart dürfen wir die Täterliste nicht zeigen und das eben erschiene Buch nicht anbieten.'

Soweit das - sinngenäße - Zitat. Erfunden hatte dieses Szenarium Frau Dr. Wolff. Mittlerweile gibt es die Steuerungsgruppe nicht mehr, die damaligen zum Schweigen verpflichteten Heimopfervertreter haben sich inzwischen von Frau Dr. Wolff distanziert. Allerdings beharren sie bis heute auf ihrem Schweigegelübde, sie beharren auf der damals erfolgten Trennung der Heimopfer, die sie erfolgreich durchgesetzt hatten und werben gar für eine freiwillige Aufgabe des Opferstatus. Man kann sagen, auf der Heimopferseite arbeitet die Steuerungsgruppe bis heute im Sinne von Frau Dr. Wolff und im Sinne der Brüdergemeinde weiter, die in diese bisher erfolgreiche Verhinderungs-Strategie auch schon eine stattliche Summe investiert hat.

Ein vereintes Auftreten der Heimopfer wird von diesen früheren Sprechern weiterhin mit allen Kräften bekämpft. Ein Verein wurde weit entfernt von Korntal gegründet, um zu verhindern, dass eine Aufklärung des Missbrauchsskandals hier vor Ort Unterstützer findet. Angebliche Opferanwälte sind hunderte Kilometer entfernt, um eine Kontaktaufnahme zu erschweren. Um Verwirrung zu stiften, werden alle paar Wochen neue Anwälte genannt. Und denjenigen, die sich hier vor Ort aus der Korntaler Bürgerschaft für eine Aufarbeitung einsetzen, werden finstere und eigennützige Motive unterstellt, eine Übernahme der Sprachregelung der Brüdergemeinde aus dem Herbst 2014.

Ein Jahr lang ist also nichts passiert, könnte man meinen. Nun, nicht ganz: es war ein Jahr Zeitgewinn für die Täterorganisation, für mögliche noch lebende Täter, für die Mitwisser, ein weiteres Jahr gewonnen dank der Mithilfe der Aktiven in der Steuerungsgruppe.

Und wie geht es weiter? Wir haben schon neue Wege gefunden, die wir nun beschreiten werden im Interesse der Heimopfer, nicht mit Worten wie die "Zeitgewinnler", sondern mit Taten. Die "Zeitgewinnler" werden die hier genannten Tatsachen wieder als Diskreditierungen bezeichnen und als erneuten Vorwand nutzen, im Sinne der Brüdergemeinde die Spaltung der Heimopfer aufrecht zu erhalten. Aber Tatsachen bleiben nun einmal Tatsachen. So hat es sich nun mal ereignet. Man kann alles nachlesen und beweisen.

Letztlich zählen nur Ergebnisse und keine Forderungen.

Genau ein Jahr später, am 11. Mai 2016, hat nun die Brüdergemeinde die Unterstützung der "Zeitgewinnler" weiter reduziert, die Übernahme der Telefonkosten wurde eingestellt. Die alten Strukturen und Privilegien der Steuerungsgruppe werden also Zug um Zug aufgelöst und es wächst die Hoffnung, dass mit neuem Personal eine tatsächliche Aufarbeitung - und zwar hier vor Ort -  mit tatsächlichen Ergebnissen beginnen kann.

Und es bleibt die hier schon wiederholt geäußerte Vermutung, dass der Missbrauchsskandal zum Hauptthema des Korntaler Jubiläumsjahrs 2019 werden soll. Wer daran allerdings ein Interesse haben könnte, bleibt schleierhaft, aber das Zeitmanagement der Verantwortlichen läuft darauf hinaus.


 

Wir stellen klar,

dass Herr Detlev Zander nicht alle Heimopfer vertritt und deshalb auch keine Vereinbarung mit einem Rechtsanwalt über die rechtliche Beratung der Heimopfer im Aufarbeitungsprozess treffen kann.

Wir kennen RA Klose nicht. Er kennt offensichtlich auch die Verhältnisse in Korntal nicht. Er war noch nie in Korntal. Es ist unklar, worin die Beratung bestehen soll und wer sie bezahlt. Nachdem sich die Brüdergemeinde weigerte, den von Detlev Zander herbeigerufenen „Chefaufklärer“, Herrn RA Weber, zu bezahlen, wird sie auch RA Klose nicht bezahlen. Wer sich an Ra Klose wenden will, sollte vorher genau fragen, was es kostet und wer bezahlt. Am besten schriftlich.

Detlev Zander erscheint zunehmend isoliert. Seinen Ankündigungen folgen keine Taten. Er wirbt eifrig um Spenden, eine Abrechnung über die erhaltenen Spenden und deren Verwendung sucht man jedoch vergebens.

Die AG Heimopfer bemüht sich um ein Opfertreffen, zu dem alle Heimopfer und alle Unterstützer eingeladen werden. Wir wünschen uns eine breite Diskussion darüber, wie es weitergehen soll. Alleingänge eines selbst ernannten „Sprechers“ bringen uns nicht weiter.



 


Die Opferhilfe Korntal hat zusammen mit den Heimopfern die
AG Heimopfer Korntal
gegründet.


e-mail AG Heimopfer Korntal

 



06.04.2016
Offener Brief an Walter Link

Sehr geehrter Herr Link,
Sie beklagen sich in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung darüber, dass in der Diskussion über den Missbrauch in den Kinderheimen der Brüdergemeinde alle Erzieher und Lehrer unter „Generalverdacht“ gestellt würden. Zur Begründung verweisen Sie darauf, dass Detlev Zander die Unwahrheit gesagt habe, und belegen das unter anderem mit Äußerungen über das Kleidergeld. Wenn es nur um das Geld gehen würde, würde ich mich nicht für die Heimopfer engagieren.

Dass Detlev Zander in dem Verfahren um Prozesskostenhilfe unwahre Angaben gemacht haben soll, hat die Brüdergemeinde in ihren Schriftsätzen gerügt. Der Vorwurf ist meines Wissens nie ausgeräumt worden. Trotzdem hat die Brüdergemeinde Herrn Zander in der Steuerungsgruppe eine führende Rolle zugewiesen und ihn finanziell unterstützt. Sie hat geduldet, dass die gewählten Stellvertreter in der Steuerungsgruppe keine Informationen bekommen haben, weil man befürchtete, dass sie Informationen weitergeben an die, von denen sie gewählt worden sind.

Herr Zander hat sich mit der Mehrheit der Heimopfer überworfen und jegliche Kritik an der Brüdergemeinde zurückgewiesen. Herr Zander spricht nicht für die Mehrheit der Heimopfer.

Sie sagen, es wäre Ihnen lieber, wenn die Vorwürfe gegen die Erzieher und die Verantwortlichen der Kinderheime gerichtlich aufgeklärt werden müssten. Ich hätte erwartet, dass Sie, der Sie nichts von den Misshandlungen mitbekommen haben, über die Vorwürfe erschrocken sind und alles daran setzen, mit denen ins Gespräch zu kommen, die diese Vorwürfe erheben. Gelegenheiten dazu gab und gibt es zahlreich. Sie hätten an den Opfertreffen teilnehmen und hören und sehen können, wie die Heimopfer noch heute leiden.

Sie könnten den Zeitzeugenbericht aus Korntal in dem Buch des Landesarchivs „Verwahrlost und Gefährdet, Heimerziehung Baden-Württemberg 1949 - 1975“ lesen. Darin wird geschildert, wie Schwester L. ein Mädchen aus nichtigem Anlass „so verprügelt, dass nicht nur mein Rücken grün und blau war, sondern auch mein Gesicht. Am nächsten Tag war mein Gesicht so angeschwollen, dass ich nicht in die Schule durfte. Mein Gesicht wurde dann mit Make-up geschminkt und ich musste bügeln. Als die Heimleiterin zum regelmäßigen Rundgang kam, wurde ich in den Schrank gesperrt, bis diese wieder weg war.“

Ein weiteres Beispiel betrifft Ihren Vorgänger. 1971 haben sich Ersatzdienstleistende an ihre Dienststelle gewandt und die unhaltbaren Zustände im Heim beklagt. Das Bundesverwaltungsamt hat diese Eingabe an den Heimleiter gegeben. Dieser hat sich, so weit erkennbar, nicht um Aufklärung bemüht, er hat die Ersatzdienstler zur Rede gestellt und in die Landwirtschaft versetzt. Erzieher, die so von ihrem Vorgesetzten geschützt worden sind, haben wohl auch noch unter Ihrer Leitung gearbeitet.

Es ist richtig, dass wir die Täterin Nr. 10 in der Täterliste der Opferhilfe gelöscht haben, nachdem die Person, die sich darin erkannt hat, mit gerichtlichen Schritten gedroht hat. Wir haben hohen Respekt vor dem Opfer, das sich uns gegenüber geäußert hat, aber nicht in einen Prozess hineingezogen werden möchte. Das macht die Aussage aber nicht unglaubwürdig. Alle anderen 25 Täter und 18 Tatorte stehen noch auf der Website
www.opferhilfe-korntal.de .

Sehr geehrter Herr Link, wir laden Sie ein, mit den Opfern zu sprechen. Kommen Sie zu dem nächsten Heimopfertreffen der AG Heimopfer. Erleben Sie selbst, wie schwer es den Heimopfern fällt, über ihre Zeit im Heim zu reden. Warten Sie nicht ab, bis Ihnen gerichtsverwertbare Beweise vorgelegt werden.

Herr Andersen hat mit den Heimopfern gesprochen, bevor er die Diakonie als „Täterorganisation“ bezeichnete.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ludwig Pätzold

 



Erinnern sie sich?
In den letzen Monaten wurde viel über den Aufarbeitungsprozess geschrieben. Wir haben ein paar Zitate herausgepickt. Wer ist der jeweilige Autor und wann etwa wurde das Zitat veröffentlicht?

1. Dies hindert mich aber nicht meinen Weg zu gehen, im Gegenteil, genau dies gibt mir noch mehr Kraft und Energie weiter zu machen! Wir arbeiten gemeinsam mit
Diakonie der Ev. Brüdergemeinde Korntal auf und wir sind auf einem gutem Weg. An dieser Stelle auch Dank der Ev. Brüdergemeinde Korntal, dass sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg gemacht haben. 

2. Die ursprünglich paritätisch besetzte Steuerungsgruppe wurde durch Frau Wolff und die tatkräftige Unterstützung der BGK immer wieder ausgehebelt und ad absurdum geführt und seiner Kontroll- und Steuerfunktion beraubt. 


3. Auch weisen wir die Vorwürfe der Opferhilfe zurück, Frau Prof. Dr. Wolff sei nicht unabhängig, und wir würden einen Schmussekurs mit der Brüdergemeinde Korntal fahren. Der Vorwurf die Aufarbeitung habe noch nicht begonnen, ist schlichtweg falsch. 


4. Wer kann es uns Opfer nach diesen moralischen, ethischen und auch menschlichen Verfehlungen verübeln, dass wir eine weitere Zusammenarbeit mit Frau Wolff kategorisch ablehnen und eine unter der Aufsicht und Kontrolle von Frau Wolff stehende Anlaufstelle absolut unakzeptabel ist. 


5. Für die Annäherung der beiden zerstrittenen Lager ist laut Zander Bedingung, dass die AG Heimopfer Korntal als Gruppe unzufriedener Betroffenen, die Kritik in der Vergangenheit an ihm und Frau Prof.Dr.Wolff verstummen lässt. Zander wünscht sich, dass endlich die Personalisierung und Beleidigungen in diesem Aufarbeitungsprozess beendet werden. Er ist der Auffassung, dass er und Frau Prof. Dr. M. Wolff im Verbund mit weiteren Betroffenen bisher einen sehr guten Job gemacht haben. 


6. Man lässt die Interessengemeinschaft mit den laufenden Kosten im Stich, Telefon und Mietkosten können nicht mehr bezahlt werden, man versucht mit den sowieso sehr spärlichen Unterstützungsgelder Druck auf die Opfer auszuüben und sie wieder in eine Bittsteller und Opferrolle zu drängen. 


Die Auflösung und die zeitliche Einordnung finden Sie hier.

 



IG Heimopfer gibt bekannt:
Aufarbeitung gescheitert!


Jetzt ist auch die IG Heimopfer um Detlev Zander der Meinung, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs in den Heimen der Brüdergemeinde Korntal gescheitert ist. Die Analyse unterscheidet sich nicht von dem, was wir im vergangen Jahr immer wieder veröffentlicht und in unserer Bilanz „Ein Jahr Aufarbeitung“ am 4.2.16 zusammengefasst haben.

Wir wurden wegen unserer Kritik immer heftig angegriffen. Noch am 31.01.16 forderte Detlev Zander, dass die Kritik an ihm und Frau Prof. Wolff „verstummen“ müsse.

Da stellt sich die Frage, was hat die Mitglieder der Steuerungsgruppe daran gehindert, denen, die sie gewählt haben, von ihren Schwierigkeiten zu berichten? Warum schreibt Herr Zander im Sommer 2015, dass man die gewählten Stellvertreter von der Steuerungsgruppe ausgeschlossen habe, weil man befürchtete, dass diese Informationen weitergeben? Weshalb wurden Kritiker, die die Unabhängigkeit von Frau Prof. Wolff infrage gestellt haben, aktiv bekämpft?

Wir vermuten, dass die Mitglieder der Steuerungsgruppe bereitwillig mitgespielt haben, solange sie finanzielle Mittel für die Selbsthilfe bekommen haben. Jetzt beklagen sie, dass sie kein Geld mehr bekommen. Ist das der Grund für die Wende?

 



Pressemitteilung


Am 13.02.2016 kamen in Korntal 25 ehemalige Heimkinder der Korntaler Kinderheime und ihre Unterstützer auf Einladung der AG Heimopfer zu einem Opfertreffen zusammen. Theo Kampouridis, Sprecher der AG Heimopfer, zeigte sich erfreut, dass so viele Heimopfer der Einladung gefolgt waren, obwohl Detlev Zander seine Anhänger vor einer Teilnahme gewarnt hat.

Themen waren die neuen Entwicklungen, die sich mit der Beendigung der Steuerungsgruppe im vergangenen Dezember ergeben haben und die Ankündigung der Brüdergemeinde, statt der bisher angebotenen Hilfen nun bis zu 5.000 Euro an jedes Heimopfer zu bezahlen.

Zu diesem Treffen hatte die AG Heimopfer auch Herrn Andersen, Vorsteher der Brüdergemeinde Korntal, eingeladen. Es ergab sich ein fruchtbares Gespräch. Herr Andersen erläuterte die geplanten Schritte, die zur Aufarbeitung des Missbrauchs in den Kinderheimen der Brüdergemeinde Korntal führen sollen. Die Heimopfer wünschen sich eine Persönlichkeit, die als Vermittler zwischen den Heimopfern und der Brüdergemeinde mit allen Beteiligten ein Konzept für die Entschädigung aushandeln soll. Eine Persönlichkeit, die viel Erfahrung mit Heimerziehung hat, die auf die Heimopfer zugeht und ihre persönliche Situation berücksichtigt.

Die sachlich geführte Diskussion zeigte, dass es noch viele Punkte gibt, in denen Brüdergemeinde und Heimopfer nicht einer Meinung sind, aber auch, dass es eine Basis für weitere Gespräche gibt. Die Brüdergemeinde will mit der AG Heimopfer über die weiteren Schritte sprechen. Nachdem über viele Monate nur spärliche Informationen aus der Steuerungsgruppe an die Basis geflossen sind, ist das ein hoffnungsvoller Anfang.



 

04.02.2016
Bilanz - Ein Jahr Aufarbeitung
aus Sicht der Heimopfer

(hier anklicken)

 
Eine kompakte Zusammenfassung aller wichtigen Fakten der bisherigen Aufarbeitungsgeschichte aus Sicht der Heimopfer, für alle, die sich informieren wollen. Die Geschichte muss endlich aus Sicht der Opfer und nicht mehr aus Sicht der Täterorganisation geschrieben werden.

Unbedingt lesen!!

Eine Bilanz aus Sicht der Brüdergemeinde findet sich seit 05.02.2016 auf deren Homepage, es gibt viel Neues zu besprechen, deshalb bitte zahlreich zum Heimopfertreffen kommen !! Einladung weiter unten !!



04.02.2016
Hotline

Frau Prof. Wolff hat heute zum dritten Mal die Einrichtung einer Hotline angekündigt. Diese wurde bereits angekündigt am 18.06.2015, dann wieder am 31.10.2015 und jetzt wieder am 04.02.2016, der Start soll spätestens am 03.03.2016 sein. Wir sind gespannt. Von einer Homepage
der Aufarbeitung - von Frau Prof. Wolff für den November 2015 angekündigt -   ist nicht mehr die Rede.
 



01.02.2016
Das Spiel mit der Zeit

Nächste Woche wird Frau Prof. Wolff in ihrer Abschiedspressemitteilung eine positive Bilanz verkünden, allerdings mit dem Hinweis, dass leider die historische Aufarbeitung weder finanziert noch von der Brüdergemeinde genehmigt ist und es deshalb ja auch noch keine Homepage oder Hotline für die betroffenen Missbrauchsopfer geben kann.

Wieso dauert das alles so lange? Nun, es gibt in der Brüdergemeinde nicht wenige, die sich eine umfassende Aufarbeitung wünschen. Nur wie können sie dies durchsetzen? Beim Canisiuscolleg hat es auch viele Jahre gedauert, bis eine endgültige und unabhängige Kommission eingesetzt wurde. Also wagen wir eine Prognose:

Bereits 2017 will Frau Prof. Wolff eine Aufarbeitung des ersten Drittels der Missbrauchsgeschichte vorlegen, allerdings dürfen momentan nur Akten mit Zustimmung der Betroffenen ausgewertet werden, also keine Akten noch lebender Mitwisser oder Täter.

Das Jahr 2018 wird dem Streit und der Diskussion darüber gewidmet sein, ob man die anderen zwei Drittel aufklären will oder soll oder muss.

Die Aufklärungsbefürworter in der Brüdergemeinde warten also auf das Jahr 2019, da feiert Korntal seine Gründung von 1819 und erhält demzufolge eine überregionale Aufmerksamkeit. Unter dem Motto "200 Jahre Korntal und immer noch 40 Jahre nicht aufgeklärte Missbrauchsgeschichte" könnte es dann gelingen, die weiteren 40 Jahre und die Tätergeschichte der ersten 20 Jahre anzugehen.

Oder doch schon früher? Man wird leider den Eindruck nicht los, dass die Kräfte, die auf eine Zeitverzögerung hinarbeiten, tatsächlich die Absicht haben, das Missbrauchsthema zum Jubiläumsthema zu machen. Gewollt oder ungewollt? In einigen Jahren werde wir es erfahren.

auch veröffentlich bei Facebook auf der Seite der IG Heimopfer, vielen Dank!
 


 

27.01.2016
Bilanz

Susanne Stiefel zieht heute in der Kontext-Wochenzeitung Bilanz. Gegenüber 'Kontext' äußert Prof. Dr. Mechthild Wolff ihre ganze Widersprüchlichkeit: "Ich mach' doch keinen Rückzieher", heißt es einerseits, aber um "angemessene Entschädigungen und um die interne Aufarbeitung der Brüdergemeinde sollen sich andere kümmern."

Und wir dachten ein Jahr lang, es ginge um Aufarbeitung und Entschädigungen. Deutlicher als Prof. Wolff kann man sein Scheitern kaum formulieren und wir sind eigentlich dankbar, dass sie dies so klar und deutlich und schon nach einem - verlorenen - Jahr nun selbst erklärt.

So ist nun die im hier folgenden Beitrag formulierte Vermutung ganz offizielle und bittere Gewissheit: all' die schönen Ankündigungen aus dem Jahre 2015 sind Schall und Rauch, es wird Ende 2017 ein schmales Büchlein geben mit Aktenauswertungen bis 1975 (!). Und noch ein geistliches Schlusswort.

Man könnte jetzt mit denen hadern, die das verspielt haben oder einfach nach vorne schauen. Die "AG Heimopfer Korntal" muss nun eben selbst Hand anlegen, wenn es die anderen nicht tun.

 


 

Entschädigungen anscheinend gestrichen

Im Infobrief Nr.2 vom 18.01.2016, in dem die Brüdergemeinde den Stand der Aufarbeitung aus ihrer Sicht darstellt, kommt das Wort "Entschädigung" nicht mehr vor. Es ist lediglich von "freiwilligen Hilfeleistungen . . . im Rahmen unserer Möglichkeiten" die Rede.

Verschwunden sind auch die Ankündigungen über die "rasche Gründung einer Stiftung" aus dem Mai 2015. Anscheinend ist hier ein Totalverlust zu beklagen.
Wie dies in der erwarteten Pressemitteilung nach der Abschiedssitzung der Steurungsgruppe in zwei Wochen dargestellt werden wird, darauf darf man gespannt sein.

Prof. Dr. Mechthild Wolff und ihre Steuerungsgruppe haben also ganze Arbeit geleistet. Zuerst hat man den Begriff "Opfer" abgeschafft, dann logischerweise den Begriff "Entschädigung." Die Steuerungsgruppe hat sich auf "freiwillige Hilfeleistungen für Betroffene" geeinigt.

Die Brüdergemeinde beklagt in ihrem Infobrief die "Anfeindungen der Heimkinder untereinander", vergisst aber zu erwähnen, dass sie dem dadurch Vorschub leistet, indem sie zwei Gruppen von früheren Heimkindern geschaffen hat: die einen erhalten schon jetzt eine "Förderung der Selbsthilfe und Selbstorganisation", während die anderen leer ausgehen. Durch eine Gleichbehandlung ließe sich manche Anfeindung vermeiden, wieso werden diese Menschen dann so ungleich behandelt? Prof. Dr. Mechthild Wolff hat sich nachweislich für eine Ungleichbehandlung nicht nur eingesetzt, sondern diese auch selbst betrieben.

Die "AG Heimopfer Korntal" wird sich weiterhin für Entschädigungen und eine Gleichbehandlung aller Heimopfer einsetzen. Dies werden wichtige Themen des nächsten Heimopfertreffens in Korntal sein.


 

„Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in dieser Welt“
Jean Améry


 

Mail-Adresse der AG Heimopfer Korntal
agheimopferkorntal@gmail.com



18.01.2016
Antwort und Kampagne

Frau Prof. Wolff hat eine Antwort auf unser Statement vom 13.01.2016 ins Netz gestellt. Dazu wählte sie eine Facebook-Seite, die das von ihr eigentlich schon nicht mehr gebrauchte Wort "Heimopfer" in der Adresse führt (Beitrag vom 17. Januar um 13 Uhr). Auf der gleichen Seite wurde aktuell auch eine Kampagne gegen die Heimopfer und ein geplantes Heimopfer-Treffen gestartet. Diese Kampagne arbeitet mit denselben Mitteln wie schon im Herbst 2015, indem versucht wird, falsche Angaben über die Veranstalter zu streuen. Die Anstifter dieser Kampagne, die von der Brüdergemeinde finanziell unterstützt werden, sind in der jetzt aufgelösten Steuerungsgruppe zu finden, die seit Monaten versucht, jegliches Treffen der Heimopfer zu unterbinden. Zusätzlich läuft noch eine - in gleichen Abständen wiederkehrende - Verleumdungskampagne gegen Unterstützer.

Diese Mitglieder der ehem. Steuerungsgruppe haben offensichtlich panische Angst davor, dass die Heimopfer sich treffen und austauschen. Verständlich, denn die Punkte "Entschädigungen", "Hotline" und "Webauftritt der Aufarbeitung" sind auch nach einem Jahr noch nicht geklärt. Der sich dauernd wiederholende Versuch, einen Keil zwischen die Heimopfer und ihre Unterstützer zu treiben, wird langsam langweilig. Auch der Unterhaltungswert der immer gleichen Verleumdungsleier hat stark abgenommen ("getretener Quark wird breit nicht stark", so sagt das Sprichwort).

Kurz, nachdem dieser Beitrag hier veröffentlicht wurde, hat Frau Prof. Wolff die namentliche Kennzeichnung ihres Beitrags entfernt. Der Text erscheint jetzt wie ein eigener Text der Kampagnen-Anstifter, die gegen die Heimopfer agieren.

Die Kritik von Frau Wolff ist leicht zu widerlegen, in Kürze werden wir hier ihre eigenen Aussagen aus dem letzten Jahr den aktuell behaupteten Ergebnissen gegenüber stellen.

 


 

13.01.2016
Das Jahr 2015 - Vom Missbrauch zur Missachtung

Vor über einem Monat haben die Mitglieder der AG Heimopfer eine Resolution verfasst und an die Brüdergemeinde und an Frau Prof. Wolff geschickt. Eine Reaktion gibt es bis heute nicht.

Frau Prof. Wolff hat stets die Bedeutung des Dialogs in der Aufarbeitung betont. Sie selbst hält sich nicht daran. Schreiben der Heimopfer an Sie werden ignoriert. Einen Dialog hat es nie wirklich gegeben, siehe StZ vom 17.9.15.

Was sind die Gründe? Frau Prof. Wolff tut das, was die Brüdergemeinde wünscht. In jedem Fall aber ist es eine grobe Missachtung der Heimopfer und ihrer Anliegen. Genau vor einem Jahr hat Prof. Wolff die Aufarbeitung aus der Taufe gehoben, für die Missbrauchsopfer hat sie überhaupt nichts erreicht. Für ihren Auftraggeber, die Brüdergemeinde hingegen schon: ein weiteres Jahr liegt zwischen Tätern und drohenden Verjährungsfristen. Zudem hat Prof. Wolff einen großen Teil der Heimopfer erfolgreich aus dem bisherigen Aufarbeitungsprozess hinausgedrängt.

Aus Sicht der Täterorganisation hat Frau Prof. Wolff  eine hervorragende Bilanz vorzuweisen, nun ja, schließlich wurde sie auch gut dafür bezahlt. Die von ihr ein Jahr lang behauptete Unabhängigkeit wird ihr hingegen niemand mehr glauben. Eine unabhängige Leitung der Aufarbeitung wird es auch künftig nicht geben. Abgesehen von einem geplanten wissenschaftlichen Projekt über einen historischen Zeitraum liegen alle anderen Themen der Aufarbeitung nun wieder in der alleinigen finanzielllen Abhängigkeit und damit auch Verantwortung der Brüdergemeinde.

Es darf bezweifelt werden, ob es jemals eine "unabhängige Aufarbeitung" geben wird, nachdem ein Jahr lang eine solche erfolgreich verhindert wurde. Deshalb wird die AG Heimopfer in absehbarer Zeit eine Konzept vorstellen zur "Aufarbeitung und Dokumentation von Missbrauchsfällen in den Korntaler Kinderheimen bis zur Gegenwart".





06.01.2016

Fortsetzung?

Viele derjenigen, die Detlev Zanders Buch "Und Gott schaut weg" gelesen haben, fragen mittlerweile nach der Fortsetzung. Nachdem eine solche anscheinend nicht geplant ist, haben einige Leser einfach selbst zur Feder gegriffen und ihre Gedanken, ganz offensichtlich von Herrn Zander inspiriert, zu Papier gebracht. Eine erste Kostprobe kann man hier lesen.


 



23.12.2015
Bescherung

Frau Prof. Wolff hat mit ihrer ehemaligen Steuerungsgruppe den Gabentisch bereitet. Zuoberst liegt das nun zum dritten Male gebrochene Versprechen einer Hotline für die Heimopfer. Daneben sieht man die nicht vorhandene Homepage für die Aufarbeitung und ganz unten, fast versteckt, liegt die Ankündigung von Frau Prof. Wolff, dass sich um die (für die Heimopfer wichtigste) Frage nach den Entschädigungen die Brüdergemeinde selbst kümmern wird, vielleicht.

Dies alles ist eine schöne Bescherung, das Jahr 2015 war, was die Aufarbeitung angeht, eine Nullrunde. Doch scheint dies niemandem peinlich zu sein, kein Wort des Bedauerns, der Entschuldigung oder Erläuterung ist zu vernehmen, keine professoralen Weihnachtsgrüße an ihre Schützlinge.

In der Kirche wird in den nächsten Tagen wohl wieder die Mitmenschlichkeit gepredigt. Diese gilt natürlich nicht für alle Menschen, müsste ein ehrlicher Prediger zumindest in Korntal noch hinzufügen.

Einige der Heimopfer sind so schwer krank, dass man Ihnen jetzt noch schnell wenigstens eine kleine Freude bereiten könnte, ganz nach dem Motto: "was wir andern taten, sei getan für Dich . . ".

Aber die Herzen sind kalt. Und Gott schaut weg. Schon lange.


Als Ersatz schaltet die ehem. Steuerungsgruppe auf ihrer Facebookseite für die sog. "Betroffenen" Werbung für Fernsehshows von irgenwelchen Schlagersternchen.
 



Mogelpackung

Das neu eingerichtete
Forum für Betroffene wurde bis vor kurzem von Heimopfern betrieben. Seit kurzem erscheinen auf dieser Seite einerseits nur uralte Beiträge, die wie in einem Paternoster auf und ab steigen auf dieser Seite. Gleichzeitig wird evangelikale Propaganda veröffentlicht und vereinzelt gibt es Beiträge gegen diejenigen, die für eine Entschädigung kämpfen, also einzelne Heimopfer oder Unterstützer.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Seite sich zunehmend der Öffentlichkeitsarbeit der Brüdergemeinde unterstellt hat bzw. übernommen wurde. Es gibt keinerlei Informationen mehr aus der ehemaligen Steuerungsgruppe, keine Tipps oder Hinweise für die Heimopfer, außer einem Hinweis, dass es erst in einigen Monaten wieder ein Treffen geben soll, allerdings muss man dafür Eintrittskarten (bei der Brüdergemeinde ?) lösen. Die Teilnahme der Heimopfer am Aufarbeitungsprozess wird also weiter erschwert.

Es ist zu erwarten, dass einer der Betreiber gegen dieses Statement hier protestieren wird, alleine die Tatsachen sprechen eine deutliche Sprache:

Beiträge gegen Heimopfer
Beiträge gegen Unterstützer
Werbung für Veranstaltungen der Brüdergemeinde
fundamentalistische Propaganda (was haben evangelikale Statements gegen Muslime mit der Aufarbeitung in Korntal zu tun?)

Die Seite läuft noch unter Heimopfer-korntal bei Facebook, hat aber den Titel und die Richtung geändert. Liebe Leser, verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck, inwieweit Sie aktuelle Informationen über den Stand der Aufarbeitung finden. Selbst aktuell scheinende Beiträge sind z.B. Wiederholungen von Uraltsendungen im Fernsehen. Dafür gibt es Werbung für die Shows irgendwelcher Schlagersternchen.

Stehen die Seitenbetreiber auf der Gehaltsliste der Brüdergemeinde?



 

Resolution vom 05.12.2015
der Heimopfer und der Opferhilfe Korntal


1. Die anwesenden Heimopfer und Unterstützer wollen ihre Kräfte bündeln und schließen sich deshalb zur „Arbeitsgemeinschaft (AG) Heimopfer Korntal“ zusammen. In diesem Zusammenhang soll erwähnt werden, dass die Heimopfer und die Unterstützer partnerschaftlich auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Sprecher sind Theodor Kampouridis für die Heimopfer und Dr. Ludwig Pätzold für die Opferhilfe. Ziel der AG ist es, die Heimopfer im Aufarbeitungsprozess und nach Außen wirksam zu vertreten, Expertenhilfe einzuholen und darauf zu drängen, dass die Frage der Entschädigung der Heimopfer vorrangig geklärt wird.

2.Viele ehemalige Heimopfer fühlen sich durch das autoritäre, undemokratische, intransparente und selbstherrliche Verhalten ihrer damals 3 gewählten Vertreter (STG) nicht mehr  vertreten und auch nicht mehr angemessen am Aufarbeitungsprozess beteiligt und informiert.

Forderungen:
Wir fordern ein Opfertreffen in der zweiten Januarhälfte bei dem alle  Heimopfer eingeladen werden. Wir fordern die IG zur Mitwirkung auf. Ein neutraler Moderator soll das Treffen leiten. Thema: Wahl der zukünftigen Vertreter in die Steuerungsgruppe, Struktur der zukünftigen Arbeit.

Erarbeiten von Regeln für die Entschädigung. Wir fordern die Brüdergemeinde auf, sich zu Hilfeleistungen und Entschädigungen zu äußern. Gibt es einen „Topf“  für die Entschädigung? Wie sieht es mit HO aus, die über das Geschehenen nicht reden können bzw. wollen?

Die AG fordert zukünftig die unsachlichen Äußerungen der Mitglieder  der IG gegenüber der AG zu unterlassen, so wie die AG ihre Mitstreiter auffordert Meinungsverschiedenheiten auf einer sachlichen Ebene auszutragen. Beide Seiten werden sich verpflichten, Auseinandersetzungen nicht in der Öffentlichkeit zu führen.

In einem offiziellen Schreiben wird die Presse über den Zusammenschluss informiert. 
Information an die BG und Frau Wolff.

 
11.12.2015
Anmerkungen:
1. Zum Zeitpunkt der Verabschiedung dieser Resolution war noch nicht bekannt, dass Frau Prof. Wolff die bisherige Steuerungsgruppe auflösen wird. Deshalb ist z.B. der Punkt "Wahl der zukünftigen Vertreter in der Steuerungsgruppe bereits wieder überholt".
2. Nachdem die Steuerungsgruppe nach fast einem ganzen Jahr die "Entschädigungsfrage" als nicht gelöst zurücklässt, wird dies das wichtigste Thema für die neue AG sein. Wir bitten die Gruppe der IG Heimopfer, sich der Forderung nach Entschädigungen anzuschließen.
3. Am 15. Mai 2015 vermeldete die Steuerungsgruppe einen "Durchbruch" in der Entschädigungsfrage, seither ist offensichtlich nichts umgesetzt worden bzw. die Steuerungsgruppe hat das Rad wieder auf die Zeit vor dem Mai 2015 zurückgedreht. Die Heimopfer bitten die Vertreter der IG Heimopfer, die das ganze Jahr über in dieser Steuerungsgruppe mitgearbeitet haben um Auskunft, wie es zu diesem Rückschritt kommen konnte.
4. Zitat aus der Presseerklärung vom 2.11.2015: "Die VertreterInnen der IG Heimopfer in der Steuerungsgruppe haben nun die Möglichkeit, selbstorganisiert ihre
Betriebskosten zu decken, sowie unabhängige Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Kontakt: Prof. Dr. Mechthild Wolff Sprecherin der Steuerungsgruppe mwolff@haw-landshut.de"
Wir bitten die Brüdergemeinde und Frau Prof. Wolff um Auskunft auf der sachlichen Ebene, ob diese finanziellen Zusagen an diese drei ausgewählten Heimopfer mit Auflösung der Steuerungsgruppe entfallen oder weiter an diese drei Personen gebunden bleiben. Im ersten Falle bitten wir um Auskunft, was mit diesem Budget weiter geplant ist und ob evtl. auch andere Heimopfer in den Genuss kommen können, eine "unabhängige Unterstützung" finanziert zu bekommen. In jeden Falle bitten wir darum, gegenüber allen anderen Heimopfern offenzulegen, welche Beträge für ihre Sprecher bisher geflossen sind und zu welchem Zweck.

 

6.12.2015
Abschied
oder Flucht? Flucht!!

Noch vor wenigen Tagen haben wir auf dieser Seite (unter "Mitwisser") die Vermutung formuliert, dass Frau Prof. Wolff sich den aufgehäuften Problemen durch eine schnelle Auflösung der Steuerungsgruppe entzieht. Wohl wissend, dass eine große Zahl von Heimopfern seit Mai 2015 daran gehindert wird, ihre Meinung in die Steuerungsgruppe einzubringen, hat man mit den zwei verbliebenen Sprechern ohne die Einbeziehung der gewählten Stellvertreter nun diesen Schritt beschlossen. Nachdem es vor vier Wochen in einer Pressemitteilung hieß, dass die Sprecher, die erklärtermaßen gar nicht mehr für alle Missbrauchsopfer (Prof. Wolff: Betroffene von Unrecht) sprechen, ihre "Mitarbeit" mit sogenannten "Betriebskosten" versüßt bekommen, war das Ende der Steuerungsgruppe eigentlich schon abzusehen. Die drei aus der Steuerungsgruppe seien "verwundert" über das Ende Steuerungsgruppe, "wie vor den Kopf gestoßen", schreibt die Stuttgarter Zeitung. Woher diese Verwunderung? Es gibt eben nichts umsonst im Leben.

Der "Schutz der Akteure" muss gewährleistet werden. Damit meint Prof. Wolff zunächst sich selbst. In der heutigen Stuttgarter Zeitung gibt sie zu verstehen, dass sie sich nun nur noch der wissenschaftlichen Seite widmen will. Dann der entscheidende Satz: "„Das gesamte Forschungsteam reklamiert, dass seine Unabhängigkeit gewahrt bleibt.“Nach fast einem ganzen Jahr, in dem Prof. Wolff ihre Unabhängkeit zwar immer betont, aber niemals unter Beweis gestellt hat, zieht sie sich nun auf die wissenschaftliche Aufarbeitung des Zeitraums bis zu den 80er Jahren zurück. Ihren Auftrag, die Täter und Mitwisser der letzten 25 Jahre zu schützen, hat sie - zumindest bis jetzt - erfüllt.

Den Rest soll ein Mediator in die Hand nehmen, nämlich die schwierige Aufgabe, den Heimopfern zu vermitteln, was sie letztlich an Entschädigungen zu erwarten haben. Im Raum steht nach wie vor der Satz, dass es keine Geldzahlungen, sondern nur Sachleistungen geben soll.

Ein Schlupfloch könnte es aber doch geben: Vielleicht könnten mehr als nur drei Heimopfer in den Genuss von Betriebskosten kommen. Wie eine Entschädigung letztlich heißt, wird den Opfern nicht so wichtig sein.

Und was ist erreicht worden? Eine wissenschaftliche Aufarbeitung lange vergangener Zeiten wird es tatsächlich geben. Und alles andere? Nun, es sei eine "Errungenschaft", dass nach nur einem Jahr alle sonstigen noch anstehenden Fragen und Probleme "definiert" wurden, heißt es in der StZ. 

So liegen also auf dem weihnachtlichen Gabentisch viele Definitionen neben dem tatsächlichen Rückzug von Frau Prof. Wolff in den wissenschaftlichen Teil der Aufarbeitung. Die Wissenschaft macht sich unabhängig, alles andere ist wieder fest in Händen der Brüdergemeinde.

Ach ja, die Gutscheine mit den Ankündigungen hätten wir fast vergessen.

(Dieser Beitrag nebst Zitaten bezieht sich auf den heutigen Artikel in der Stuttgarter Zeitung.)


Frau Prof. Wolff hat mit ihrem Rücktritt auch bezweckt, dass kein weiteres Heimopfer, das evtl. in die  Steuerungsgruppe hätte nachrücken können, jemals die Protokolle der Steuerungsgruppe einsehen wird. Welche Gelder da an wen geflossen sind und noch fließen, wird hiermit wirksam verhindert. Das ist eine Lösung der dritten Art: das Problemfeld Steuerungsgruppe wird blitzartig verlassen, alles wird vertuscht. Frau Prof. Wolff vertritt zu 100 Prozent die Interessen der Brüdergemeinde.

Das Ergebnis, das die Steuerungsgruppe jetzt vorlegt, bleibt noch hinter dem Stand vom März 2015 zurück., zumindest was die Frage der Entschädigungen angeht.

Obwohl die Steuerungsgruppe ihre Arbeit nun eingestellt hat, gehen die Machtkämpfe noch weiter. So bezeichnen einige Mitglieder der Steuerungsgruppe auf ihrer Facebookseite die Pressemitteilung ihrer Sprecherin als "Falschmeldung".

 

 

 


 

Im Oktober tagte die Steuerungsgruppe. Noch für den Herbst waren die Homepage der Aufarbeitung und die Hotline angekündigt. Wir rechnen jetzt mit einer Ankündigung für nächstes Jahr. Wie wäre es mit dem Jahrestag der ersten Ankündigung? Das war der 13. Januar 2015.

Seit heute (6.12.2015) ist nun auch noch ein Mediator angekündigt.

 

01.12.2015
Neue Buchbesprechung

Statement Jockel Wollschläger
 



 
Predigttext am 29.11.2015
Seid niemandem etwas schuldig, insbesondere keine Entschädigungen (Römer 13, 8)


27.11.2015
Rücktritt vom Rücktritt

Unter diesem Titel berichtet heute die LKZ, dass der Zurückgetretene nun auch noch wie erwartet von seinem Rücktritt zurückgetreten ist. Nach den demokratischen Gepflogenheiten - zumindest in der Steuerungsgruppe - ist es anscheinend üblich, dass jemand sich nach einem Rücktritt jederzeit wieder selbst zurückernennen darf. Mit einem Wort: Eine sogenannte Steuerungsgruppenmitgliedslegitimationspirouette. Nach einem solchen Kunststück darf man auch von sich selbst in der dritten Person reden. Ein Nummer voll unfreiwilliger Komik. Lustig! Gut einstudiert von der Zirkusdirektorin.

Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt

Die Rücktrittsmeldung steht auch noch (oder wieder) auf der Facebookseite, man darf sich's also aussuchen. Oder ist das der RückRückRücktritt?

Dies alles gehört offensichtlich zum Ablenkungsprogramm der Steuerungsgruppe: keine Hotline, keine Website, keine Entschädigungen, eigentlich nichts außer der Ankündigung einer wissenschaftlichen Aufarbeitung einschließlich Täter- und Mitwisserschutz für die letzten 25 Jahre. Und es lenkt auch davon ab, dass die drei von der IG ihre Schäfchen im Trockenen haben, indem sie als einzige der Geschädigten schon mal finanzielle Unterstützung erhalten.

Erläuterung: Dabei handelt sich sich nicht um Entschädigungen, sondern um laufenden Auslagenersatz und Unterstützung nur für die Mitglieder der Steuerungsgruppe. Dies hat Frau Prof. Wolff in ihrer letzten Presseerklärung so bekanntgegeben und darauf beziehen wir uns. Es heißt dort: selbstorganisierte Betriebskostendeckung, so kann man es auch nennen. Die drei von der IG bestreiten dies aber in der Öffentlichkeit. Wieso wird das nicht gegenüber den anderen offen gelegt, welche Beträge da fließen? Wir werden so lange nachfragen, bis das aufgedeckt wird. Bei uns heißt es: die Presseerklärung von Frau Prof. Wolff, auf der IG Facebookseite heißt es: Unterstellungen, was fehlt, ist Transparenz. Alle Tatsachen, selbst die eigene Presseerklärung, werden als persönlicher Angriff bezeichnet.

Und was sind Betriebskosten? Für welchen Betrieb? Was wird da betrieben? Wird da etwas für die Heimopfer betrieben? Wenn ja, wieso erfahren die nichts darüber? Oder werden Anwälte bezahlt, um gegen kritische Heimopfer vorzugehen? Wer hat den untenstehenden Anwaltsbrief bezahlt? Dies alles sind Fragen und keine Unterstellungen. Fragen kann man beantworten. Wenn diese Fragen aber nicht beantwortet werden, dann bringen sich die mit Betriebskosten Verköstigten selbst in ein schiefes Licht. Als angeblich immer noch legitimierter Heimopfersprecher muss man den Anderen gegenüber Rechenschaft ablegen. Wieso müssen wir solche Selbstverständlichkeiten ständig anmahnen? Das Konto der Opferhilfe kann man auf dieser Seite (im Archiv) einsehen.


Jetzt wollen ja alle drei in der Steuerungsgruppe weitermachen, nur zu verständlich angesichts dieser Wohltaten.

Geht es eigentlich um eine Aufarbeitung oder darum, wer seine finanziellen Pfründe am besten verteidigt? Am besten, wir gönnen den Protagonisten in der Steuerungsgruppe ihren persönlichen Erfolg, wenden uns den Sachfragen zu und suchen neue Wege für die Aufarbeitung.




26.11.2015
Rücktritt

In der heutigen Ausgabe berichtet die Ludwigsburger Kreiszeitung, dass Detlev Zander von seinem Posten in der Steuerungsgruppe zurückgetreten ist.
Zunächst hatten wir angenommen, dass die Bekanntgabe seines Rücktritts auf seiner Facebookseite nicht ernst gemeint ist und nur Aufmerksamkeit erzeugen sollte. Nachdem es nun offiziell in der Zeitung steht, geben wir es auch hier bekannt.

30.11.2015
Die Rücktrittserklärung steht noch immer im Netz, allerdings wird nur der LKZ-Artikel vom 27.11.2015 von der Steuerungsgruppe veröffentlicht, der Artikel vom 26.11.2015 mit der Rücktrittserklärung wird verschwiegen, um jetzt zu behaupten, es habe nie einen Rücktritt gegeben.


 
23.11.2015
Steuerungsgruppe ist uneinig

Prof. Mechthild Wolff hat als Sprecherin der Steuerungsgruppe nun wiederholt ihre Dialogbereitschaft betont, hat auch mit Heimopfern Einzelgespräche geführt, die den Vorgängen in der Steuerungsgruppe kritisch gegenüber stehen. Gleichzeitig haben andere Mitglieder der Steuerungsgruppe nun schon zum dritten Mal versucht, ein Heimopfertreffen zu verhindern, indem sie wider besseres Wissen in den sozialen Medien ausstreuen, es handele sich gar nicht um ein solches Treffen. Wenn jemandem ein solches Treffen nicht passt, kann er ja wegbleiben, aber es verhindern zu wollen, ist für ein Mitglied der Steuerungsgruppe schon ein krasses Verhalten und eine Ohrfeige für die Leiterin, Frau Prof. Wolff.

Zitat Frau Prof. Wolff: „Ich lasse niemand Briefe schreiben, um kritische Heimopfer vom Aufarbeitungsprozess fernzuhalten und ich beabsichtige dies auch nicht. Vielmehr führe ich den Dialog mit den kritischen Heimopfern.“

In der Steuerungsgruppe scheint es aber ein völliges Chaos zu geben, die Sprecherin betont die Wichtigkeit von Gesprächen, ihre Mitarbeiter versuchen solches zu verhindern.
Weiß die Rechte nicht, was die Linke tut?
Oder ist dies eine bewusste Strategie der Steuerungsgruppe?
Oder ist Frau Prof. Wolff die Führung der Aufarbeitung komplett entglitten?
Oder sollen doch möglichst viele frühere Heimkinder vom Aufarbeitungsprozess ferngehalten werden?


Die Steuerungsgruppe sollte endlich gegenüber den Heimopfern ein einheitliches Verhalten vereinbaren. Die Heimopfer haben keine Lust, solchen Machtkämpfen innerhalb der Steuerungsgruppe zuzusehen, sie wollen sich einfach nur mal wieder treffen. Seit einem halben Jahr wurde kein einziges funktionierendes Treffen mit Hilfe der Sprecher organisiert, es gab nur das Bestreben, niemals mehr eines stattfinden zu lassen.

Ein ums andere Mal wird von den - mittlerweile nicht mehr legitimierten - Heimopfersprechern und auch von der Sprecherin das Selbstvertretungsprinzip betont. Folglich dürfen sich alle Heimopfer immer und überall treffen auch ohne eine Erlaubnis aus der Steuerungsgruppe.
An dem Begriff "Heimopfer" hat niemand besondere Rechte, am wenigsten diejenigen, die sich vor kurzem vehement von dem Begriff "Opfer" distanziert haben (Beitrag siehe weiter unten).

  


  

 

 

Dieses Hausverbot wurde für einen Ort und einen Termin ausgesprochen, zu dem Prof. Dr. Mechthild Wolff als Sprecherin der Steuerungsgruppe zu einem wissenschaftlichen Workshop eingeladen hatte. Unterstützer der Heimopfer waren ausdrücklich ausgeschlossen. Ob sie Kenntnis von dem Hausverbot gegenüber Herrn Hoeckh hatte, lässt sie in einer Stellungnahme offen. „Ich lasse niemand Briefe schreiben, um kritische Heimopfer vom Aufarbeitungsprozess fernzuhalten und ich beabsichtige dies auch nicht. Vielmehr führe ich den Dialog mit den kritischen Heimopfern.“

 

 


 

Demokratische Abstimmung

Frau Prof. Dr. Wolff hat auf dem Heimopfertreffen am 23.05.15 2 Namen für die geplante Website zur Abstimmung gestellt: „Aufarbeitung Korntal.de“ oder „Heimopfer-Korntal-Aufarbeitung.de“. Die Teilnehmer haben einstimmig für den 2. Vorschlag „Heimopfer-Korntal-Aufarbeitung.de“ gestimmt.

Nun taucht eine Website „Aufarbeitung Korntal.de“ auf, die noch ohne Inhalt ist, aber für E-Mails an Zander genutzt wird.

„Die Einhaltung demokratischer Strukturen ist grundlegend für die Aufarbeitung, nur so kann Vertrauen unter den Aktiven entstehen.“
(Frau Prof. Dr. Wolff am 02.11.15 in der Stuttgarter Zeitung)

Dann gilt umgekehrt aber auch, wer die demokratischen Regeln nicht einhält, genießt kein Vertrauen.


 

Entschädigungszahlungen?

Was die Heimopfer wirklich interessiert, ist die Frage, ob sie auf eine Entschädigungszahlung hoffen können. Die noch im Sommer angekündigte Lösung hat sich nun offensichtlich zerschlagen. Der Grund: solche Zahlungen würden die Gemeinnützigkeit der Institution gefährden. Der stattgefundene Missbrauch gefährdet diese jedoch nicht.

Seid niemandem etwas schuldig, insbesondere keine Entschädigungen (Römer 13, 8)

Tolle Nummer ohne Nummer!

Seit März 2015 heißt es, "in den nächsten Wochen" wird eine Hotline eingerichtet. Jetzt heißt es, "noch im Herbst", war etwa 2016 gemeint?

Homepage?

Seit März 2015 heißt es, "in Kürze" werde sie freigeschaltet. In Wirklichkeit ist sie schon freigeschaltet, aber noch leer.

Eine Kontinuität ist dennoch zu verzeichnen: in regelmäßigen Abständen werden dieselben Ankündigungen gemacht und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass es wohl unmöglich sein wird, Entschädigungen zu bezahlen. Am 13. Januar feiern wir übrigens das einjährige Ankündigungsjubiläum. Was also ist bisher passiert? Nun, die drei aus der Steuerungsgruppe erhalten jetzt regelmäßige Zahlungen. Für was eigentlich? Näheres siehe weiter unten.

 




Ausgeklammert

Die Sprecherin der Steuerungsgruppe der Brüdergemeinde, Frau Prof. Wolff, hat mitgeteilt, dass bei der Aufarbeitung der Korntaler Heimerziehung die letzten 20 - 25 Jahre ausgeklammert werden. Als Grund dafür, sich ausgerechnet mit den jüngsten Fällen des Kindesmissbrauchs in Korntal bewusst nicht auseinanderzusetzen, wird die Befürchtung genannt, hier könne es noch nicht verjährte Fälle mit möglichen strafrechtlichen Konsequenzen geben. Es muss also mit der Aufarbeitung dieses Zeitraums gewartet werden, bis niemand mehr strafrechtliche Konsequenzen befürchten muss. Laut Frau Prof. Wolff bleiben dieser Zeitraum und auch die Beurteilung, ob evtl. Behörden informiert werden müssten, in der alleinigen Verantwortung der Brüdergemeinde.

Sieht so eine unabhängige Aufarbeitung aus?

Die derzeitigen Opfervertreter in der Steuerungsgruppe, die übrigens beim letzten Opfertreffen erstmals keine Mehrheit mehr hinter sich hatten, haben dem wohl zugestimmt und schreiben auf ihrer Facebook-Seite: "Unser Dank geht an . . . . . . die Brüdergemeinde Korntal (die Sprecherin natürlich eingeschlossen). Und weiter steht zu lesen, dass Versöhnung wichtiger ist als die Aufarbeitung. Dabei weiß jeder, dass Versöhnung erst möglich wird, wenn alle Tatsachen geklärt sind.

Dank für was? Auf der gleichen Seite ist zu lesen, dass lediglich die drei Vertreter in der Steuerungsgruppe ab sofort finanzielle Zuwendungen für Betriebskosten und "unabhängige Unterstützung" erhalten. Was das heißt? Wir haben uns in letzter Zeit gefragt, wieso mit den Kritikern aus den eigenen Reihen nicht mehr diskutiert wird, sondern diese vermehrt Schreiben von Anwälten erhalten namens der drei Steuerungsgruppen-Mitglieder. Die Brüdergemeinde finanziert also Anwälte, um Kritiker aus den Reihen der Heimopfer zu bekämpfen. (Beispiel siehe weiter oben)

In der letzten Sitzung der Steuerungsgruppe wurde schon zum zweiten Mal nicht der gewählte Stellvertreter, sondern eine von Herrn Zander, dem dankbaren Unterstützer (bzw. Unterstützten) der Brüdergemeinde ausgewählte Person dazu geholt. Man hat den Eindruck, dass die derzeitigen Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe um wirklich jeden Preis dort gehalten werden sollen, ganz gleich, ob sie eine Legitimation haben. Als Sprecherin
der Steuerungsgruppe der Brüdergemeinde sieht Frau Prof. Wolff keinen Grund, dies zu unterbinden, eine unabhängige Leitung der Steuerungsgruppe, die die demokratischen Regeln unseres Gemeinwesens durchsetzen wollte oder könnte, gibt es derzeit nicht. Der Presse sagt Frau Prof. Wolff hingegen: "Die Einhaltung demokratischer Strukturen ist grundlegend für die Aufarbeitung, nur so kann Vertrauen unter den Aktiven entstehen." Ihre eigenen Worte tritt sie seit Monaten mit Füßen. Die von ihr selbst in einem Protokoll im Frühjahr 2015 (liegt vor) aufgestellten Regeln hat sie längst gebrochen. namentlich dort genannte Personen haben nachweislich nie die schriftlich zugesagten Protokolle erhalten. Was soll verschleiert werden? Wieso werden gewählte Heimopfer ausgeschlossen bzw. durch nicht gewählte Personen ersetzt?

Zugleich werden die Kritiker gebetsmühlenartig als Mitglieder der Opferhilfe Korntal bezeichnet. Warum? Frau Prof. Wolff erklärt es in der StZ so: "Die Opferhilfe ist nicht mein Gesprächspartner, weil es sich da nicht um primär Betroffene handelt."

Und so geht das Spiel: man bezeichnet kritische ehemalige Heimkinder als Mitglieder der Opferhilfe, um sie flugs vom weiteren Verfahren auszuschließen Man spricht diesen Menschen schlicht den Opferstatus ab, auf Facebook wurde logischerweise mitgeteilt, dass man die weitere Zusammenarbeit mit dieser Häflte der Heimopfer aufgekündigt hat. Die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe werden sich also für die Belange eines großen Teils der Opfer nicht mehr einsetzen. Die Sprecherin der Steuerungsgruppe der Brüdergemeinde gibt die Sprachregelung vor.

Und nachdem nun ein großer Teil der letzten 60 Jahre und ein großer Teil der Opfer ausgeklammert sind, wird es ganz schnell gehen:

"In zwei bis zweieinhalb Jahren haben wir sicher viele Meilensteine genommen," so die Sprecherin.

Bevor jetzt jemand auf den Gedanken kommt, hier würden Falschmeldungen verbreitet: alles ist so nachzulesen in der Stuttgarter Zeitung.

Angesichts dieser Zustände ist es fast eine Auszeichnung, nicht als Gesprächspartner akzeptiert zu sein. Dass wir von der Opferhilfe von manchen Protagonisten ausgeschlossen werden, tut uns nicht weh. Aber einen großen Teil der Heimopfer wiederum zu Betroffenen eines Unrechts zu machen, ist ein Skandal. Wir werden nicht ruhen, öffentlich zu fordern, dass alle Heimopfer gleichermaßen anständig behandelt werden. Und wir fordern die Einhaltung der demokratischen Regeln. Wenn Frau Prof. Wolff sich nicht in der Lage sieht, demokratische Regeln durchzusetzen, möge sie bitte jemanden benennen, der darauf achtet. Aber den dreien in der Steuerungsgruppe die Macht und das Geld zu geben, um die anderen draußen zu halten und dann zu sagen, die Betroffenen sollen das alles unter sich selbst regeln, ist so nicht hinnehmbar.

Was heißt das, Macht und Geld? Ein Beispiel: Frau Prof. Wolff hat den drei Vertretern der Heimopfer für den 31.10.2015 die Ausübung des Hausrechts in dem Münchinger Hotel übertragen, in dem der Workshop stattfand. Dieses Hausrecht wurde in der Weise ausgeübt, dass die Anwaltskanzlei Erath schriftliche Hausverbote für diesen Tag und diesen Ort an kritische Leidensgenossen verschickte. (Ein solches Schreiben werden wir demnächst hier veröffentlichen.) Frau Wolff lässt die Getreuen das Hausrecht ausüben, die Brüdergemeinde bezahlt den Anwalt. Der Presse gibt sie anschließend Interviews zur Wichtigkeit demokratischer Gepflogenheiten.

Die Strukturen, die hier gepflegt werden, sind nur allzu bekannt, es gab sie lange genug, sie sollen jetzt aufgearbeitet und nicht frisch aufgelegt werden, um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren. Ein Sozialwissenschaftler versteht sofort, was gemeint ist.


  

Wichtige Themen

Auf der Website IG Heimopfer steht an erster Stelle ein Kommentar zu meinem Leserbrief. Die Mitglieder der IG Heimopfer möchten nicht mehr „Heimopfer", sondern „Betroffene“ genannt werden. Das zweite wichtige Thema ist der anonyme Brief an Detlev Zander. Informationen der Mitglieder der Steuerungsgruppe zum Stand der Aufarbeitung findet man nicht, es wird nur auf Presseartikel verwiesen.

Die Heimopfer haben anderes erwartet, nachdem Frau Prof. Dr. Wolff am 13.03.15 geschrieben hat: "Die Steuerungsgruppe ist ein innovatives demokratisches Gremium ganz eigener Art, das Maßstäbe für vergleichbare Aufarbeitungsprozesse in Deutschland setzt. Im Aufarbeitungsprozess wird die höchstmögliche Beteiligung von Betroffenen gewährleistet, die als ExpertInnen in eigener Sache verstanden werden."

Beschränkt sich die Beteiligung auf die Mitglieder Steuerungsgruppe? Werden die Heimopfer nach ihrer Meinung gefragt, bevor etwas entschieden wird? Müssen die Heimopfer die Zeitung abonnieren, wenn Sie erfahren wollen, wie der Stand der Aufarbeitung ist? Die IG Heimopfer fordert auf ihrer Facebook-Seite dazu auf, meinen Leserbrief zu kommentieren.

Ist das die „höchstmögliche Beteiligung von Betroffenen“? Wenn die IG Heimopfer sich in „IG Betroffene“ umbenennt, Herr Zander sich „Sprecher der Betroffenen“ nennt und das Wort „Heimopfer“ in allen Veröffentlichungen konsequent durch „Betroffene“ ersetzt wird, denke ich darüber nach, ob ich meine Meinung ändern soll.

Ludwig Pätzold (Opferhilfe)



 

Verwirrung

Auf der Internetseite der IG Heimopfer wehren sich zwei Mitglieder der Steuerungsgruppe gegen die Bezeichnung "Opfer". Der Titel der Facebookseite heißt aber "IG Heimopfer". So wehren sich die beiden also gegen den Titel ihrer eigenen Seite. Wieso reagieren sie so betroffen?

Nun, da hat Frau Prof. Wolff in der Steuerungsgruppe ganze Arbeit geleistet, dass ganze Grauen des Kindesmissbrauchs wurde verbal entsorgt, ganz im Sinne der betroffenen Täter und Mitwisser.

Mit der Einführung des "Unrechts" (auch eine umständliche Bezeichnung für "Links") anstelle des von der Täterseite ungeliebten Wortes Missbrauch hat sie unrecht gehandelt.

Die unrechte und linke Art, die Dinge nicht mehr beim Namen zu nennen, führt dann zu so seltsamen Blüten wie in Facebook: man protestiert gegen die Bezeichnung "Opfer" und führt den Nickname "Heimopfer". Der Leser ist sichtlich betroffen.

Vielleicht sollte man das Wort "Unrecht" zu Recht im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch zum Unwort des Jahres küren, um diesem unwissenschaftlichen, unnötigen, ungeheuren Unsinn ein unrümliches Ende zu bereiten.

Für die beiden Betroffenen, die den Begriff "Opfer" ablehnen, folgen hier ein paar Beispiele aus dem deutschen Wörterbuch, was "betroffen" eigentlich bedeutet und was Frau Prof. Wolff ihnen da überstülpen will:
beeinflusst, bestürzt, beeindruckt, erstarrt, fassungslos, entsetzt, starr, ängstlich, verwirrt, sprachlos, perplex, andächtig, kopflos, befangen, gerührt, benebelt, betreten, ratlos, u.v.m.

und Unrecht bedeutet u.a.: Entgleisung, Fehler, Ausrutscher, Ungeschick, Bubenstück, Schandtat, Sünde, Übertretung, Missetat, Härte, Ärger, Gesetzeswidrigkeit, Taktlosigkeit usw.

Betroffener ist eine Bezeichnung eines Menschen, der betroffen ist von einer Sache. (Frau Prof. Wolff möchte den Kindesmissbrauch also zu einer Sache machen.)

Wer nun meint, es gehe hier nur um Wortklauberei, sei eines Besseren belehrt. Wenn nun die beiden Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe ihren Opferstatus vehement verneinen, geben sie damit zu erkennen, dass sie auch die Aussicht auf eine finanzielle Entschädigung längst aufgegeben haben. Beweis gefällig? Die Brüdergemeinde wird nicht müde zu betonen, dass sie finanzielle Leistungen an die Opfer für unmöglich hält. Wenn es nun auch keine Opfer mehr gibt? Wunderbar für die Brüdergemeinde. Man hat die beiden Vertreter der Opfer offenbar überzeugen können, dass es für sie eine psychologische Hilfe wäre, die Opferrolle aufzugeben. Ein nunmehr nur noch "Betroffener eines Unrechts" darf auch mit einer Unterstützung in Form von Sachleistungen zufrieden sein.

Die Opferhilfe Korntal setzt sich weiterhin für diejenigen Opfer ein, die diesen Status nicht aufgeben und auf eine finanzielle Entschädigung hoffen. Die meisten der Opfer interessiert eine wissenschaftliche Aufarbeitung nur am Rande.

Wenn die beiden Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe sich über den Tisch haben ziehen lassen und ihren Opferstatus unbedingt aufgeben wollen, ist das ihre eigene Entscheidung, die wir nicht zu kritisieren haben. Die Opferhilfe will auch niemanden zum Opfer machen, das haben andere ja schon zur Genüge getan, sondern sich für die Heimopfer einsetzen, die auf einer Opferentschädigung bestehen. Und die Opferhilfe will auch verhindern, dass noch mehr Heimopfer auf den Leim der "verbalen Entschädigung" kriechen.



Kein Dialog mehr

Seit Mai 2015 wurde auf keinem der vielen Heimopfertreffen mehr über die Arbeit in der Steuerungsgruppe berichtet. Die Heimopfer fordern, dass nun endlich, nach fünfmonatigem Schweigen der Verantwortlichen, ein langer Fragenkatalog abgearbeitet wird, der sich aufgestaut hat.

Aus gut unterrichteten Kreisen ist nun aber zu hören, dass beim nächsten Heimopfertreffen am 31. Oktober 2015 die Anliegen der Heimopfer nur eine untergeordnete Rolle spielen sollen und statt der Aufarbeitung dringender Fragen ein wissenschaftlicher Workshop angesetzt ist.

Um die Schwelle noch etwas höher zu setzen, wurde das Heimopfertreffen am 31. Oktober an einem (samstags mit öffentlichen Verkehrsmitteln) schwer erreichbaren Ort in Münchingen angesetzt, darüberhinaus in einem Hotel. Die Eingeladenen werden bis jetzt im Unklaren gelassen, ob für sie dort Kosten für Verzehr entstehen. Von einer Auslage für Fahrtkosten ist auch nicht die Rede.

Am 31. Oktober sollte eigentlich der Versuch unternommen werden, eine befürchtete Spaltung der Heimopfergruppe zu verhindern. Deshalb sollten möglichst viele die Möglichkeit der Teilnahme erhalten. Im Moment sieht es danach aus, dass die Verantwortlichen dieses Treffens die Teilnehmerzahl bewusst klein halten wollen.

Nachdem man bewusst den Opfern monatelang Informationen aus der Steuerungsgruppe vorenthalten hat, kann man nun auch nicht mehr von einer "Aufarbeitung im Dialog" sprechen, außer man wollte die Opfer verhöhnen.

P.S.: am 2.10.2015 tagte die Steuerungsgruppe. Die hehren Versprechungen von Frau Prof. Wolff, nach jeder dieser Sitzungen ein Ergebnis öffentlich zu machen, wurden in den letzten Monaten nicht eingelöst. Vielleicht jetzt?

Ergänzung vom 9.10.2015: bis jetzt gibt es keine Rückmeldung an die Heimopfer.

Wir gehen davon aus, dass die Brüdergemeinde über die Gespräche in der Steuerungsgruppe unterrichtet wird. Die Brüdergemeinde übernimmt die Kosten, bezahlt auch ein Honorar an Frau Prof. Wolff. Die Heimopfer können kein Honorar bezahlen.

Frau Prof. Wolff ist angetreten, eine "Aufarbeitung im Dialog" zu gestalten. Wie sich jetzt herausstellt, kommuniziert Frau Prof. Wolff nur mit der Brüdergemeinde und höchstens drei ausgewählten Opfern, die zum Schweigen verpflichtet werden. So hat sie die Heimopfer in zwei Gruppen gespalten, die Informierten und die Nicht-Informierten. Diese Spaltung sollte eigentlich beim nächsten Heimopfertreffen rückgängig gemacht werden. Aber flugs wird statt des Treffens ein Workshop mit anderen Themen angesetzt.

Die Informationssperre gegenüber den Heimopfern wird jetzt erstmals ausdrücklich auch von einem Mitglied der Steuerungsgruppe bestätigt (gegenüber der LKZ, Artikel vom 7.10.2015). So ist die derzeit beklagte Spaltung der Heimopfer also doch von Frau Prof. Wolff bewusst gesteuert worden.

 


 


02.10.2015

Widerspruch

In der heutigen Ausgabe der Stuttgarter Zeitung ist zu lesen, es habe vor der Sommerpause gar kein Opfertreffen gegeben. Am 3.8.2015 berichtete aber dieselbe Zeitung über das

Opfertreffen vor der Sommerpause (am 1.8.)
.
Ebenso hat die Stuttgarter Zeitung über das

Opfertreffen am 19.9.2015 berichtet. 

Uns und auch der STZ ist durchaus bekannt, dass die in der Steuerungsgruppe tätigen drei Opfervertreter diese beiden letzten Treffen sabotiert haben und als nicht existent betrachten. Wieso sich die STZ nun ausgerechnet heute dieser Rhetorik anschließt, möge uns bitte erklärt werden. Oder gab es die beiden Berichte der STZ auch nicht? Zumindest auf der Homepage der STZ kann man sie lesen.
Oder gibt es Opfer 1. und 2. Klasse? Die letzteren treffen sich - aus Sicht der STZ - nicht wirklich?

In ihrer Berichterstattung bezieht sich die STZ ausdrücklich auf Frau Poferl, die aber am 1.8. selbst anwesend war und deren Anwesenheit im Bericht der STZ ausdrücklich erwähnt ist. Frau Poferl hatte nämlich am 1.8. die Aufgabe übernommen, aus der Steuerungsgruppe zu berichten und hatte auch schon den Raum für das folgende Heimopfertreffen am 19.9. organisiert.


Es ist schon interessant, so eine Berichterstattung im Kleinen, zu der alle Informationen und Artikel nachprüfbar vorliegen, zu verfolgen und festzustellen, dass eben nicht Fakten, sondern Interessen berichtet werden. Wie mag das dann erst im Großen sein?

Ich wünschte Sie zu überzeugen,
daß auch ein Journalist bedauern kann,
Unwahres geschrieben zu haben.

(Gustav Freytag 1816-1895
Kulturgeschichtler und Schriftsteller)

 

 


 

 

Kommentar
zur Pressemitteilung der IG Heimopfer vom 25.09.2015

Der Sprecher der IG Heimopfer, Detlev Zander, weist die im Protokoll des Treffens vom 19.09.2015 erhobenen Vorwürfe an ihn als Falschmeldungen zurück.

Dies ist eine lustige Art, bereits Geschehenes und zweifelsfrei Beweisbares einfach als nicht geschehen zu bezeichnen. Die zweimalige Ankündigung und dann Absage von Heimopfertreffen durch Herrn Zander ist nun mal geschehen und alle, die es öffentlich mitverfolgt haben, können es bestätigen. Dass die Heimopfer seit langer Zeit keine Informationen über Herrn Zander bekommen haben, ist auch nur eine einfache Tatsache.

Auf dieser Seite finden sich nur Informationen, die zweifelsfrei belegt sind. Dass Herr Zander nun sachliche Kritik an seinem eigenen Tun mit wüsten Vokabeln belegt, ist bedauerlich. Dass er aber den eigenen Leidensgenossen schlicht den Opferstatus abspricht und sie gleich noch zu Sprechern der Opferhilfe Korntal ernennt, ist bedenklich.

Herr Zander spricht von Falschmeldungen, benennt aber keine einzige konkret, es gibt ja auch keine. Wenn aber doch, sollte er Anschuldigungen seinen Kritikern gegenüber begründen und belegen.

Vor den Sommerferien wurde vereinbart, unsachliche Beiträge zu unterlassen. Wir bitten Herrn Zander, sich ab jetzt daran zu halten und Beschuldigungen nicht pauschal, sondern nur mit Beweisen versehen zu erheben. Und am besten wäre es, nach monatelanger Pause den Betroffenen endlich Informationen über die Arbeit in der Steuerungsgruppe zu geben. Herr Schulz, der das letzte Heimopfertreffen moderiert hat, hat eine ganze Liste unbeantworteter Fragen vorgelegt (steht weiter unten auf dieser Seite). Herr Zander lässt nun wissen, dass Herr Schulz immer informiert wurde. Diese Behauptung ist mutig angesichts der Tatsachen.

Nochmals: sollte es auf dieser Seite eine falsche Information geben, muss diese konkret benannt werden. Pauschale Anschuldigungen werden nicht entgegen genommen.

Weitere Fragen beantwortet der nachstehende Artikel der Ludwigsburger Kreiszeitung.


 

 


 

Opfersprecher weichen Kritikern aus (Link)
Artikel in der LKZ vom 18.09.2015

Dieser Artikel schildert sehr gut die derzeitige Situation.

 



 

 

Pressemitteilung über das Heimopfertreffen
in Korntal am 19.09.2015


Hauptthema des Treffens der ehemaligen Heimkinder der Brüdergemeinde Korntal war die Kritik am Aufarbeitungsprozess der Steuerungsgruppe und an der Arbeit der Heimopfervertreter in dieser Steuerungsgruppe.

Kritisiert wurde einstimmig, dass zu wenig Informationen gegeben werden. Die Heimopfer wollen sich nicht mehr damit begnügen, aus der Zeitung zu erfahren, was gerade in der Steuerungsgruppe läuft. Diese Kritik richtet sich auch gegen die gesamte 7 köpfige Steuergruppe, besonders aber an die drei Vertreter der Heimopfer.

Diese müssen sich am 31.10., dem nächsten Heimopfertreffen weiterer Kritik stellen:
Dass sie die beiden regulär angesetzte Treffen  vom 1.8. und 19.9. willkürlich, ohne Begründung und völlig undemokratisch abgesagt haben und zum letzten Treffen nicht erschienen sind, obwohl sie vom Plenum des 1.8. einstimmig zu einer Stellungnahme zu den im Protokoll dieses Treffens angesprochenen Fragen aufgefordert worden waren.
Die Teilnehmer am Opfertreffen vom 01.08.15 hatten ferner ihre Vertreter gebeten, in dem heutigen Treffen ausführlich auch über Teilergebnisse und Entwicklungstendenzen zu berichten. Stattdessen wurde wenige Tage vor dem Treffen die Einladung auf der Website der IG-Heimopfer gelöscht.
„Demokratisches Verhalten und Transparenz sieht völlig anders aus“, brachte ein Ehemaliger das Verhalten unserer Delegierten auf den Punkt.

So kamen nach ausführlicher Diskussion die Teilnehmer einstimmig zu dem Schluss, dass die Vertreter in der Steuerungsgruppe Detlev Zander und Martina Poferl ihr Vertrauen nicht mehr genießen.

Sie werden auf dem nächsten Heimopfertreffen am 31.10.15  im Plenum die Vertrauensfrage  stellen und in einer demokratischen Abstimmung die weitere Arbeit ihrer Vertreter in der Steuerungsgruppe festlegen.

Im letzten Tagesordnungspunkt einigten sich die Ehemaligen einen Verein mit Sitz in Korntal  zu gründen, in dem sich alle ehemaligen Heimkinder und Unterstützer zusammenschließen,  um die Aufarbeitung des Missbrauchs in den Kinderheimen der Brüdergemeinde Korntal zu fördern und den Kontakt untereinander zu pflegen.

Der Entwurf der Satzung wird in Kürze zur Diskussion veröffentlicht, um auch hier durch offene Kritik und Verbesserungsvorschläge eine von Anfang an wirklich demokratische Struktur zu garantieren.

Wolfgang Schulz
IG Heimopfer

 

 



18.09.2015
Gegenüber der LKZ (erschienen am 18.09.2015) sagte Herr Zander, dass er nun nicht mehr für alle Heimopfer spreche, weil er eine Spaltung der Gruppe der Betroffenen sieht. Es besteht also Handlungsbedarf.



 

Liebe Ehemalige,
zur Erinnerung noch einmal die Einladung für den Samstag. Dieses Treffen war und ist regulär von allen Beteiligten beschlossen worden. Aufgrund wichtiger Fragen und Anliegen bitte ich um zahlreiches Erscheinen.

Herzliche Grüße Wolfgang Schulz

Einladung

Wir laden alle ehemaligen Heimkinder und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger noch einmal zu dem Treffen am 19.09.2015, das von der Steuerungsgruppe Detlev Zander, Martina Poferl und Michael Spreng angesetzt wurde, ein. (Anmerkung der Redaktion vom 17.09.2015: Diejenigen, die dieses Treffen ursprünglich geplant und auch den Raum reserviert haben, distanzieren sich seit heute von ihrer eigenen Einladung, obwohl dieser Termin von allen Betroffenen dam 1.8. ausdrücklich gewünscht und bestätigt wurde, auch ein Thema für Samstag)

Eine besondere Einladung geht an die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe. Wir bitten diese, uns über Ihre Arbeit in der Steuerungsgruppe zu berichten. Bisher sind lediglich die Pressemitteilungen über 2 Sitzungen der Steuerungsgruppe auf der Website der IG-Heimopfer veröffentlicht. In dem Protokoll des Heimopfertreffens vom 01.08.2015 wurden Vorschläge gemacht und Fragen formuliert. Eine Kopie des Protokolls füge ich bei. (hier auf der website weiter unten) Wir bitten die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe um Stellungnahme zu diesen Vorschlägen und um Beantwortung der Fragen.

Ein weiterer Punkt ist die Gründung eines Vereins mit Sitz in Korntal.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt wird die Frage sein, ob die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe noch das Vertrauen der Heimopfer genießen. Bis heute haben die Vertreter der Heimopfer nicht auf das Protokoll des Heimopfertreffens vom 01.08.15 reagiert. Das kommende Treffen erscheint nicht mehr auf der Website der IG-Heimopfer. Frau Poferl hat die Reservierung des Bürgertreffs ohne Rücksprache rückgängig gemacht. Der Bürgertreff steht uns aber trotzdem zur Verfügung!

Der Dialog zwischen den Heimopfern und der Brüdergemeinde findet nicht statt. Die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe interessieren sich offenbar nicht dafür, was andere Heimopfer wünschen und für wichtig halten. Sie verweigern ihren gewählten Stellvertretern die Information.

Dialog ist, wenn man miteinander redet. Das wollen wir am 19.09.15 im Bürgertreff Korntal tun.

Wolfgang Schulz
IG Heimopfer


Opfertreffen 19.09.2015

Das von der IG Heimopfer angekündigte Opfertreffen am 19.09.2015 findet nun in Korntal - und nicht wie ursprünglich angekündigt in Birkach - statt, nachdem es Frau Poferl gelungen ist, dafür das EG im Bürgertreff in Korntal zu reservieren. Wie im Protokoll vom letzten Heimopfertreffen zu lesen ist, geht es unter anderem darum, wer die Heimopfer im Aufarbeitungsprozess in der Steuerungsgruppe vertritt. Wir bitten die im März gewählten Vertreter der Heimopfer, ausführlich über ihre Arbeit und den aktuellen Stand zu berichten.

Diese Rückmeldung aus der Steuerungsgruppe wurde ja für den 19.9. schon mehrfach angekündigt, die Heimopfer sind gespannt auf die Berichte, da die Heimopfer seit einigen Monaten schon auf die Beantwortung wichtiger Fragen warten (siehe hierzu auch die lange Liste offener Fragen im Protokoll des letzten Heimopfertreffens am 1.8.2015, auf die seit über 6 Wochen seitens der Steuerungsgruppe noch nicht geantwortet wurde).


Am 19.9. sollte unbedingt der Eindruck widerlegt werden, dass die Steuerungsgruppe ein Eigenleben führt. Aufarbeitung ist Dialog, Transparenz war versprochen worden.

Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 04.09.2015, dass zwischen Brüdergemeinde und Landeskirche quasi ein Stillstand vereinbart ist. Auch diese Frage sollten die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe am 19.09. beantworten.

Inzwischen hat auch Detlev Zander im Interview mit der Stuttgarter Zeitung am 17.09.2015 die anstehenden Fragen und die gesammelte Kritik der Betroffenen (s.u. Protokoll des Heimopfertreffens vom 1.8.2015) nochmals bestätigt. Herr Zander hat in seinem Interview seine Mitte Mai plötzlich verlassenen Positionen wieder bezogen, eine Spaltung der Heimopfergruppe wäre somit jetzt überflüssig. Wieso Herr Zander allerdings mangelnde Informationspolitik der Brüdergemeinde beklagt und gleichzeitig seine Informationen den Leidensgenossen vorenthält, bleibt ein Widerspruch.

Jetzt haben wir bald ein ganzes Jahr verloren ohne irgendein Ergebnis. Stillstand seitens der Kirche, eisiges Schweigen der Steuerungsgruppe seit Monaten, die Präsentation von ersten Ergebnissen von ursprünglich Mitte Juni auf (vielleicht) Ende Oktober verschoben, die Betroffenen über alles im Unklaren gelassen. Ein Trauerspiel und eine weitere Fortsetzung der Missachtung der Betroffenen. Dass jetzt immer mehr Emotionen hochkommen, ist von denen, die das Heft in der Hand halten, womöglich gewollt? Mit einer sich immer mehr spaltenden Gruppe kann man leichter umspringen?

Vor den Sommerferien hat Frau Prof. Wolff die Einladung zum Treffen am 1.8.2015 schriftlich abgesagt (mail liegt vor) verbunden mit der Zusage, am 19.09.2015 dabei zu sein. Wir sind gespannt auf ihren Bericht.


Opfertreffen 31.10.2015


Ort: Abacco-Hotels, Stuttgarter Straße 121, 70825 Korntal-Münchingen
Zeit: 14.00 - 18.00 Uhr
Veranstalter: IG Heimopfer

Frage: ist dies tatsächlich ein Treffen der IG Heimopfer bzw. wie werden die Kosten im Hotel finanziert? Transparenz?


 




Unterstützer-Konto

Opferhilfe Korntal
Konto-Nr.: 11 31 33 44 55
bei der KSK Ludwigsburg (BLZ 604 500 50)

IBAN: DE36 6045 0050 1131 3344 55

Wir danken den Spendern sehr herzlich.
Verwendungsnachweis im Archiv
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Kurz- und Ergebnisprotokoll des   
Heimopfertreffens vom 1.8.2015

anwesend waren:
12 ehemalige Heimkinder, (Sylvia Dreher geb. Zander ließ sich von ihrem Bruder Klaus Zander über eine Vollmacht vertreten, die vorliegt) und 8 Gäste.

Moderation: Wolfgang Schulz     
Rednerliste führte Peter Meincke, danach Ludwig Pätzold

TOP 1: Legitimation und Beschlussfähigkeit des Plenums
Das Plenum des 23. Mai hat in einem einstimmigen Beschluss den 1. August als nächstes und damit 6. Heimopfertreffen beschlossen. Damit ist unser heutiges Treffen das reguläre 6. Heimopfertreffen und wird durch eine Abstimmung legitimiert.
Abstimmungsergebnis: 11 Ja-Stimmen, 1 Gegenstimme (Martina Poferl)

TOP 2: Bisherige Arbeit im Aufarbeitungsprozess  
W. Schulz stellt diese auf Grund der Protokolle der Steuerungsgruppe und eines Mails von Frau Professor Wolff dar:
a) die Pläne zu einer Hotline und zur Erstellung einer Homepage werden begrüßt, sollten aber möglichst bald auch umgesetzt werden. Eine deutliche Mehrheit des Plenums signalisiert aber, dass damit noch nicht genügend Transparenz und Informationsfluss gewährleistet seien. Wie dies erreicht werden könnte, war Inhalt einer längeren Diskussion:
1. Vorschlag:
Ob über die Hotline die größtmögliche Anzahl betroffener Heimkinder erreicht werden kann, ist fraglich. Es wurde diskutiert, ob man nicht alle aktenkundigen ehemaligen Heimkinder über einen ein Notar anschreiben soll. In diesem Schreiben sollen die Betroffenen diskret auf die Aufarbeitung
hingewiesen werden, so dass die Umgebung nicht mitbekommt, dass der Adressat im Heim war. Wir bitten die Steuerungsgruppe diesen Vorschlag ernsthaft zu prüfen.
2. Vorschlag war:
die Steuerungs-Gruppe sollte bei jeder Sitzung eine Fragestunde für interessierte ehemalige Heimkinder einrichten. (Eine offene Frage war, wie weit eine gut geführte Homepage diese Fragestunde überflüssig macht).
Abstimmung 7 Ja: 3 Nein: 2 Enth.
3. Vorschlag:
alle ehemaligen Heimkinder, die das wollen (zum Beispiel die 12 heutigen Anwesenden)  erhalten zeitgleich ungekürzt das Protokoll und/ oder die Pressemitteilung, die nach jeder Steuerungs-Gruppensitzung hinausgeht. Die ehemaligen, die keine E-Mail-Adresse und Zugang haben geben ihre postalische Adresse an und erhalten diese in Papierform.
Abstimmung: einstimmig

b) zu den Betriebskosten des Aufarbeitungsprozesses:
eine Mehrheit sprach sich dafür aus, den Vertretern der Heimopfer neben der Erstattung der Reisekosten auch ein angemessenes Sitzungsgeld zu bezahlen.
Frage an die Steuerungs-Gruppe: wie hoch ist der Betrag innerhalb des Gesamtbudgets, der für die Arbeit der Vertreter der Heimopfer bereitgestellt ist?

c) zum Stiftungsfonds und zum Teilprojekt „Anerkennung von Leid und Hilfen“
Der Begriff „Entschädigung“ taucht nirgends mehr auf. Es wird nur noch von Hilfe oder Hilfeleistungen gesprochen. Gibt es dafür eine Begründung?

d) zur Arbeit der Steuerungsgruppe:
Unsere Fragen:
Gibt es einen Vertrag mit Frau Professor Wolff? Ist dieser einsehbar? Zumindest für die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungs Gruppe?
Gibt es eine Geschäftsordnung für die Arbeit in der Steuerungs Gruppe?
Ist die Personalfrage geklärt, ob sich „eine Person, die mit an der Vertuschung der Vorfälle beteiligt war, aktiv an der Aufarbeitung teilnehmen kann«? (Aus dem Protokoll vom 30. März). Wie wurde sie beantwortet?

e) zur Arbeit unserer Vertreter in der Steuerungs Gruppe:
Wie der Beschluss des TOP 1 deutlich zeigt, ist die Mehrheit des Plenums der Meinung, dass die von uns gewählten Vertreter in der Steuerungsgruppe ihre Kompetenzen überschritten haben. Sie hatten weder das Recht die heutige Veranstaltung abzusagen, noch die beiden Stellvertreter Schulz und Kampouridis abzusetzen. Das Plenum besteht darauf, dass beide Stellvertreter sämtliche Protokolle der Sitzungen der Steuerungs Gruppe erhalten, wie es im Protokoll der Steuerungsgruppe vom 13.3.2015 festgehalten wurde.
Die Frage, ob unsere Vertreter in der Steuerungs Gruppe noch unser Vertrauen haben und die Arbeit fortsetzen sollen, konnte nicht geklärt werden. Dies soll nach dem Willen des Plenums auf der Sitzung am 19. September als Tagesordnungspunkt behandelt werden.
Abstimmung 10 Ja 1 Nein

f) zur möglichen Spaltung der ehemaligen Heimkinder:
das Plenum war sich darin einig, dass diese unbedingt unter Einsatz aller Kräfte vermieden werden sollte. Das Plenum lehnt jegliche Beschimpfung und Verleumdung einzelner Heimkinder entschieden ab und appelliert EINSTIMMIG an die Protagonisten, unverzüglich damit aufzuhören, weil dies unabdingbar zur Spaltung führt. Dies gilt besonders für „private Sachverhalte oder Verfehlungen“. Allerdings aber darf Kritik am Aufarbeitungsprozess oder an der Arbeit der Steuerungsmitglieder nicht als Verleumdung oder Beschimpfung abgeschmettert werden.

g) zur geplanten Vereinsgründung:
das Plenum bedauert dass der Entwurf des Vertrages vor der Übergabe an den Rechtsanwalt und das Finanzamt nicht den Heimkindern vorgelegt wurde. Alle ehemaligen Heimkinder müssen Mitglied werden können, der Vorstand demokratisch gewählt. Wir fordern Detlevauf, den Entwurf unverzüglich auf der Homepage der Heimopfer Korntal zu veröffentlichen oder durch einen Link zugänglich zu machen, so dass sich jeder Interessierte bis zum 19. September informieren kann. Abstimmung 10 JA : 1 Nein: 1 Enth.

h) zum 7.Heimopfertreffen:
es soll wie bereits verkündet am 19. September in den heutigen Räumen (da es ja schon gebucht ist) stattfinden. Auch wenn dadurch in Kauf genommen wird, dass nicht alle Ergebnisse der Steuerungs-Gruppe, was die Hotline oder die Einrichtung einer Homepage anbelangt abgeschlossen sind. Es gibt genügend Fragen und Diskussionsgrundlagen. Eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt ist nicht im Interesse des Plenums.

Die Einladung soll an die gesamte Steuerungsgruppe gehen, an die Opferhilfe, an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Presse soll nicht eingeladen werden,
um die freie Diskussion zu erleichtern.

Protokoll:  W. Schulz 
IG Heimopfer
2.8.2015




aus dem Ev. Gemeindeblatt
Aufarbeitung mit Heimkindern

"Kein Zuhause für die Tränen" heißt eine Dokumentation , die die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg jetzt veröffentlicht hat. Darin wird die Erziehung im Karlshöher Kinderheim in den 1950er- und 1960er-Jahren kritisch beleuchtet und der Prozess der Aufarbeitung in den Jahren 2006 bis 2009 dokumentiert.

Zu Wort kommen ehemalige Heimkinder, die in dieser Zeit viel Leid erfahren haben. Die Historikerin Inga Bing von Häfen beleuchtet den historischen Kontext. Auch der "Tag der Begegnung" ist Thema in dem Heft. Damals haben sich viele Ehemalige getroffen, die Kinder von damals und deren Betreuer.

Die Dokumentation, Band 7 der Reihe "Karlshöher Beiträge", kann bestellt werden über
mail: info@karlshöhe.de
oder
telefonisch unter 07141 - 96 51 17


zitiert aus dem Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg

 


 

Wer vertritt die ehemaligen Heimkinder
der Kinderheime Korntal?


Die Geschichte:
Bis vor gut einem Jahr hat jeder, der im Kinderheim in Korntal war und unter den damaligen Verhältnissen gelitten hat, sich an die Brüdergemeinde wenden und über einen Ausgleich verhandeln können. Nachdem die Presse von der beabsichtigten Klage des Herrn Zander berichtet hat, hat Peter Meincke mit anderen Korntaler Bürgern die Opferhilfe ins Leben gerufen. Vor allem die Täterbeschreibungen auf der Website haben dazu geführt, dass die Brüdergemeinde Frau Prof. Dr. Wolff als Wissenschaftlerin mit der Aufarbeitung des „Unrechts“ in den Korntaler Kinderheimen beauftragt hat. Frau Wolf setzte eine Steuerungsgruppe ein, in der auch 3 ehemalige Heimkinder als Opfervertreter sitzen. Diese 3 Vertreter wurden am 28.03.2015 auf einem Opfertreffen, bei dem etwa 10 bis 15 Heimopfer anwesend waren, gewählt. Im Protokoll heißt es dazu:


30. März 2015
Die Interessengemeinschaft Heimopfer hat am Samstag (28. März) ihre Sprecher Detlev Zander, Martina Poferl und Michael Spreng einhellig als ihre Vertreter in der Steuerungsgruppe zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals legitimiert. Zu Stellvertretern wurden Wolfgang Schulz und Henri Kampouridis gewählt.
(So stand es bis zum 27.06.2015 auf der Homepage der IG Heimopfer)


Welche Aufgaben haben die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe?
Der Beschluss sagt dazu nichts aus. Allgemein gilt aber, dass die Vertreter die Heimopfer über alles, was sie unternommen oder in der Steuerungsgruppe beschlossen haben, informieren müssen. Vor wichtigen Entscheidungen haben die Vertreter die Heimopfer zu fragen und sich dann nach dem Beschluss zu richten.

Bisher sind, mit Ausnahme der mündlichen Information auf dem letzten Heimopfertreffen, keine Informationen aus der Arbeit der Steuerungsgruppe an die Heimopfer gegeben worden. Lediglich Pressemitteilungen wurden von Frau Prof. Dr. Wolff direkt an die Presse geschickt. Die Heimopfer, und nur die, die die Lokalpresse lesen, haben erfahren, was der Redakteur der Zeitung für wichtig gehalten hat. Weder auf der Website der IG Heimopfer noch auf der Website der Brüdergemeinde findet man Informationen über die Sitzungen der Steuerungsgruppe. Man weiß deshalb auch nicht, ob Punkte besprochen wurden, die die Heimopfer vorher hätten intern diskutieren müssen. Die von Frau Prof. Dr. Wolff mehrfach angekündigte Website für die Aufarbeitung gibt es noch nicht, obwohl auf dem Heimopfertreffen am 23.05.15 der Name beschlossen worden ist. Das Protokoll zu diesem Treffen ist auf der Website angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht.

Fazit: Die Vertreter der Heimopfer in der Steuerungsgruppe sind den Heimopfern Informationen und Rechenschaft über ihre Tätigkeit für die Heimopfer schuldig.

Wer vertritt die Heimopfer außerhalb der Steuerungsgruppe?

Die Vertreter der IG Heimopfer in der Steuerungsgruppe haben beschlossen:
dass weder Herr W. Schulz, noch Herr H. Kampouridis weiterhin als Stellvertreter in der Steuerungsgruppe tätig sind.

Wir haben uns von der Opferhilfe Korntal distanziert. Die Opferhilfe Korntal vertritt nicht die Interessen der GESCHÄDIGTEN der Brüdergemeinde Korntal und Wilhelmsdorf. Es wird vermutet, dass die Opferhilfe Korntal eigene Interessen verfolgt.

Aus gegebenem Anlass wird das angekündigte Heimopfertreffen am 01.08.2015 abgesagt.


Für diese Beschlüsse sind die Vertreter nicht gewählt worden. Sie haben allein entschieden, ohne jemanden zu fragen. Sie maßen sich Rechte an, die sie nicht haben und werden nicht müde, andere zu beschuldigen, sie würden die Heimopfer bevormunden. Sie entziehen sich demokratischen Regeln und laden zu einem Heimopfertreffen ein, bei dem potenzielle Kritiker ausdrücklich ausgeladen werden und nennen die genaue Anschrift des Lokals, in dem das Treffen stattfinden soll, kritischen Heimopfern auch auf Nachfrage nicht.

Sie weisen Kritiker zurecht, sie hätten falsche oder veraltete Informationen. Sie „sollen sich richtig informieren“. Wo sollen sich die Heimopfer informieren, wenn nicht bei den Vertretern, die sie gewählt haben? Wo gibt es die „richtigen Informationen? Die Vertreter der Heimopfer schulden umfassende Informatioen.

Frau Prof. Dr. Wolff ist angetreten, die Aufarbeitung transparent und öffentlich im Dialog zu machen. Im Augenblick findet der Dialog in der Steuerungsgruppe mit Vertretern der Heimopfer, die sich von ihrer Basis völlig entfernt haben, statt. Die Betroffenen sind auf die Informationen angewiesen, die in der Zeitung stehen.

Darüber wurde am 01.08.2015 auf dem Treffen der ehemaligen Heimkinder diskutiert, Ergebnisse siehe oben.




neu: Bericht von Klaus
IG Heimopfer


 



Stellvertreter in der Steuerungsgruppe

Von der Wahl über die Abwahl zur Nicht-Wahl:


13.03.2015
Protokoll der Sitzung der Steuerungsgruppe, Verfasser Fr. Prof. Wolff:
Bei Abwesenheit eines Mitglieds gilt eine Vertretungsregelung. Herr Schulz wird von Seiten der Betroffenen als Vertretungsperson benannt, er wird auch mit in den Verteiler aufgenommen.

30. März 2015
Die Interessengemeinschaft Heimopfer hat am Samstag (28. März) ihre Sprecher Detlev Zander, Martina Poferl und Michael Spreng einhellig als ihre Vertreter in der Steuerungsgruppe zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals legitimiert. Zu Stellvertretern wurden Wolfgang Schulz und Henri Kampouridis gewählt.
(So stand es bis zum 27.06.2015 auf der Homepage der IG Heimopfer)

am 06.07.2015 schreibt Frau Martina Poferl in einer Mail:
Zitat: Die Vertreter der IG Heimopfer in der Steuerungsgruppe hat beschlossen, dass weder Herr W. Schulz, noch Herr H. Kampouridis weiterhin als Stellvertreter in der Steuerungsgruppe tätig sind.

am 08.07.2015 schreibt Frau Prof. Wolff:
Über eine Stellvertreterregelung wird in der nächsten Sitzung der Steuerungsgruppe beraten.

am 17.07.2015 schreibt Frau Poferl in einer Mail:
Sie (gemeint ist Herr Schulz) und Herr Kampuoridis sind keine gewählten Stellvertreter, sondern wurden von uns vorgeschlagen, eine Abstimmung bzw.Wahl gab es nicht, auch wenn Sie das weiterhin behaupten.

Kommentar:
Die Aufarbeitung macht nicht nur Fortschritte, sie macht auch Rückschritte! Der Kreis schließt sich:
Die gewählten Stellvertreter wurden abgewählt und am Ende sind sie gar nicht gewählt.

Diese Problematik wurde am 1.8.2015 voden Heimopfern diskutier, Ergbenisse siehe oben.

 



Warum hat sich die IG Heimopfer von der Opferhilfe distanziert?
Offener Brief an Herrn Zander unter Statements

 



Wenn die Vernunft die Wahrheit nicht nach irgend etwas prüfen darf, das außerhalb der Überzeugung selbst liegt, dann wird es für Wahrheit und Unwahrheit nur ein und dasselbe Maß geben, so dass man sie unmöglich unterscheiden kann
J. Locke

(engl. Philosoph)
 



Gär-Prozesse


Vor ziemlich genau einem Jahr kam der Korntaler Missbrauchs-Skandal in die Medien und damit in die öffentliche Diskussion. Rückblickend lässt sich sagen: immer dann, wenn es einen Stillstand gab, kam es zu einer Konfliktsituation, an deren Ende es wieder einen Schritt weiter ging.


Phase 1
Konflikt zwischen Herrn Zander und der Brüdergemeinde (Stichworte: Klage, Prozesskostenhilfe). Ergebnis war die Gründung der Opferhilfe und die bis heute währende Aufmerksamkeit der Presse.


Phase 2
Konflikt zwischen der Opferhilfe, die auf ihrer Webseite Täter und Tatorte benannte und der Brüdergemeinde, die der Opferhilfe "Gefährdung des Bürgerfriedens" vorwarf. Ergebnis war der Entschluss der Brüdergemeinde, eine unabhängige Person für die Aufarbeitung zu suchen.


Phase 3
Derzeitiger Konflikt zwischen zwei (!) Mitgliedern der IG Heimopfer, die der Opferhilfe Behinderung der Aufarbeitung vorwerfen und der Opferhilfe, die wegen der Finanzierung die Unabhängigkeit der Aufarbeitung in Gefahr sieht und klare Regeln für die Arbeit der Moderatorin fordert.

Gleichzeitiger Konflikt in der Steuerungsgruppe, in der die IG Heimopfer eine pauschale Finanzierung der IG durch die Brüdergemeinde verlangt und zugleich einen Stillstand beklagt.

Ein Ergebnis gibt es derzeit (25.06.2015) noch nicht, mögliche Ergebnisse könnten sein: eine tatsächlich unabhängige Finanzierung der Steuerung oder auch umgekehrt eine noch stärkere Steuerung durch die Brüdergemeinde durch direkte Finanzierung auch der IG Heimopfer.


Phase 4
Klärende Diskussion beim 6. Heimopfertreffen am 1.8.2015 in Korntal. Die Streithähne, die sich auf diversen Internetseiten bekämpft haben, sind übereingekommen, die privaten Konflikte nicht mehr öffentlich und nicht mehr im Namen einer ganzen Gruppe auszutragen. Entsprechende Texte auf den Internetseiten wurden gelöscht.


Fazit

Es ist typisch für solche Aufklärungsprozesse, dass einerseits Einvernehmlichkeit und Harmonie stets angestrebt und proklamiert, die wirklichen Fortschritte aber immer nur durch eine weitere Konfliktsituation erzwungen werden. Man mag dies bedauern, muss aber andererseits zur Kenntnis nehmen, dass es in solchen Aufarbeitungsprozessen noch niemals anders gewesen ist. Wenn einige der Betroffenen andere Wege gehen wollen als die anderen, so mögen sie dies tun, aber dabei von einer Spaltung der Gruppe oder gar von mehreren Opfergruppen zu sprechen, ist nicht richtig. Wichtig ist, dass private Meinungsverschiedenheiten nicht im Namen einer ganzen Gruppe ausgetragen werden, hier ist der allseitige Lernprozess schon fortgeschritten.



Stellungnahme der Opferhilfe
zur Pressemitteilung von Frau Prof. Wolff vom 18.06.2015

Nicht vorangekommen

Die jüngste Pressemitteilung der Steuerungsgruppe für die Aufarbeitung des Missbrauchs in den Kinderheimen der Brüdergemeinde Korntal zeigt, dass der Aufarbeitungsprozess, der auf dem Kirchentag mit viel Prominenz präsentiert wurde, praktisch nicht vorankommt. Die Ankündigungen aus der Pressemitteilung vom 13.5.15 sind nicht konkret geworden. So ist immer noch nicht klar, wer die Anlaufstelle und die Hotline für die Heimopfer betreiben soll. Im Herbst wird man vielleicht Näheres erfahren.

Der Stiftungsfonds ist immer noch in der Prüfung und über eine von der Brüdergemeinde unabhängige Ausstattung des Projektes mit finanziellen Mitteln hat man gar nicht geredet. Die Brüdergemeinde entscheidet, wofür sie Geld gibt. Die Steuerungsgruppe und auch Frau Prof. Wolff sind von der Brüdergemeinde abhängig.

Offenbar will sich die Steuerungsgruppe auf die Ermittlung von Einzelschicksalen konzentrieren. Dabei bleibt außer Acht, wie es dazu kommen konnte, dass sich in den Kinderheimen über Jahrzehnte kriminelle Strukturen entwickelt haben, ohne dass die Leitung der Brüdergemeinde etwas dagegen unternommen hat. Im Dialog mit den noch lebenden Betroffenen ist das nicht zu klären. Hierzu sind umfangreiche Recherchen eines wirklich unabhängigen Ermittlers in den Archiven notwendig.

Korntal, den 18.06.2015
Opferhilfe Korntal / Dr.Pa

"Nichts bewegt sich in der Steuerungsgruppe, seit dem 13. Januar 2015 gab es jede Menge Ankündigungen und Versprechungen, ich sitze hier seit einem halben Jahr und warte auf das erste konkrete Ergebnis. Um mir die Zeit zu vertreiben, lese ich jeden Tag ein Buch von Detlev Zander, da finde ich wenigstens konkrete Informationen."
(ein Beobachter des sog. Aufarbeitungsprozesses)

 



Über das "Unterstützer-Dankeschön" der IG Heimopfer gleich nach dem Kirchentag haben wir uns sehr gefreut.
 


 

Brauchen wir die Opferhilfe-Korntal noch?

 

 

Die Opferhilfe Korntal hat von Anfang an auf eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch eine unabhängige Persönlichkeit hingearbeitet. Die Position der Opferhilfe wurde in einem Arbeitspapier vom 17.11.14 festgehalten. Die Brüdergemeinde hat dieses Papier zur Kenntnis genommen und mitgeteilt, dass sie ebenso wie die Opferhilfe „nur dieses eine Ziel verfolgt“.

Doch heute sind viele noch wichtige Punkte nicht geklärt:

1. Die Aufarbeitung hat noch nicht begonnen:

2. Die finanzielle Seite des Aufarbeitungsprojekts ist unbefriedigend:

3. Es ist noch offen, wieviel Geld die Brüdergemeinde in die geplante Stiftung für Hilfen für die Heimopfer einbringen wird.

4. Die Steuerungsgruppe wehrt sich dagegen, mit den vorhandenen Adressen ehemalige Heimkinder anzuschreiben und sie auf die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle hinzuweisen.

5. Wir haben die Befürchtung, dass alle 3 Parteien, die an der Aufarbeitung beteiligt sind, die Zahl der Opfer niedrig halten wollen:

6. Unklar ist bis jetzt, wie die Verantwortlichkeiten in der Leitung der Brüdergemeinde untersucht werden sollen.

7. In den Verlautbarungen ist immer davon die Rede, dass die Aufarbeitung in der Öffentlichkeit stattfinden soll.

Fazit:

Wir brauchen die Opferhilfe mehr denn je.
Harmonie macht schläfrig.
Es ist noch ein langer Weg bis zum Ziel.

Ergänzend zu dieser Stellungnahme lesen Sie bitte
das folgende Interview in Kontext:

oder das Buch von Detlev Zander

 

 


 


Lobotomie

Wir wissen von einem an einem Heimkind geplanten Eingriff und bitten um weitere Informationen.

 



Kein Zurück mehr

Nach langen Diskussionen wurde beim letzten Heimopfertreffen am 23. Mai beschlossen, die Brüdergemeinde als Gast mit auf den INFO-Stand auf dem Stuttgarter Kirchentag einzuladen. Damit erkennt die Brüdergemeinde endgültig und auch öffentlich an, dass es Missbrauchsfälle in den Korntaler Kinderheimen gab und dass es bei der Aufarbeitung nun kein Zurück mehr gibt.

Für die Opferhilfe Korntal, die seit fast einem Jahr um die Aufarbeitung kämpft, ist das ein schöner Erfolg, wurde doch der Opferhilfe zunächst vorgeworfen, sie gefährde mit ihrem Engagement den Bürgerfrieden in der Stadt.

Wesentlich beigetragen zu diesem Erfolg hat der öffentliche Druck und die Präsenz des Themas in der Presse. Insbesondere Ulrich Scheuffele, den Detlev Zander als einen der ersten um Unterstützung gebeten hatte, hat mit seinen kritischen Fragen dazu beigetragen, den Weg für den Aufarbeitungsprozess freizuschaufeln. Vielen Dank!



"Und Gott schaut weg"

ist der Titel des Romans von Detlev Zander,
der am 6. Mai 2015 erschienen ist.


Detlev Zander hat bewusst die Form einer fiktiven Geschichte gewählt,
die Fakten bleiben der beginnenden Aufarbeitung vorbehalten.

Weitere Infos hier


erhältlich im Buchhandel und bei online-Anbietern
ISBN 978-3-7347-8068-4

Der Erlös des Buches kommt den Korntaler Heimopfern zugute.

Leseproben demnächst hier.


  

Nach den vorliegenden Informationen wurde im Zeitraum 50er-Jahre bis Anfang dieses Jahrhunderts in Korntal täglich mindestens ein Kind vergewaltigt (statistisch gemittelt).



29.04.2015

Diakonisches Werk Stuttgart
Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder

Heimopfer, die sich dorthin wenden, erhalten aktuell vorsätzlich falsche Auskünfte bzgl. einer Entschädigung und werden unter Druck gesetzt.
Die Beraterin verlangt juristische Beweise des Missbrauchs, behauptet, Zwangsarbeit, Schläge und Missbrauch seien damals normal gewesen, auch sie selbst hätte als Kind Zwangsarbeit leisten müssen. Das Diakonische Werk Stuttgart wird hiermit aufgefordert, umgehend fachlich qualifiziertes Personal an diese Stelle zu setzen.



Sprüche 31, 8
Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

oder, in einer modernen Korntaler Übersetzung:

Alle, die Ihr ein Amt oder eine Funktion hattet zwischen 1970 und heute, erzählt, wie es wirklich war, denn Ihr seid es den Opfern schuldig.



15. April 2015
Spruch des Tages

O-Ton: ". . . des bassiert hald mol bei fenfhondert Midarbaidr . . ."
(Mitglied der Brüdergemeinde Korntal)



Dreierlei Schuld

Die erste Schuld ist die der Täter, die abertausendmal ein Kind vergewaltigt oder verkauft haben.

Die zweite Schuld ist die immer noch andauernde Leugnung und Verdrängung dieser Taten durch viele unserer Mitbürger und Gemeindemitglieder.

Die dritte Schuld ist, wenn die heute Verantwortlichen versuchen, die Opfer um angemessene Entschädigungen zu betrügen, ganz gleich ob mit der Einrede der Verjährung oder auf andere Weise.

Die erste Schuld ist - hoffentlich - Vergangenheit.

Die zweite Schuld ist Gegenwart.

Die dritte Schuld wäre die Zukunft.

Noch einmal Bonhoeffer:
"Man hat immer ein reines Gewissen - wenn man es nicht benutzt."


 

01.04.2015
Am 1. April wurden in Korntal neue "Verkehrsschilder" aufgestellt:


 

31.03.2015
Pädophilen-Ring jetzt öffentlich

Heute um 12.30 (SWR 4 - Radio Stuttgart) berichtete der SWR in einer Kurzreportage von den zunehmenden Hinweisen auf ein langjähriges organisiertes System von Kindesmissbrauch, Verleih und Verkauf von Kindern an Dritte rund um die Korntaler Heime.

siehe auch StZ

siehe auch StZ

siehe auch LKZ

siehe auch LKZ

siehe auch LKZ

Ergänzung bei Täter 9


 
30. März 2015
 

Die Interessengemeinschaft Heimopfer hat am Samstag 28.03.2015 ihre Sprecher Detlev Zander, Martina Poferl und Michael Spreng einhellig als ihre Vertreter in der Steuerungsgruppe zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals legitimiert. Zu Stellvertretern wurden Wolfgang Schulz und Henri Kampouridis gewählt




Detlev Zander im NACHTCAFÉ  

Die Sendung steht in der SWR-Mediathek bereit.


Am Rande der Dreharbeiten: Martina Poferl und Detlev Zander im Gespräch mit Unterstützerin Angelika Kallwass.


 

06.03.2015
Interview mit Johannes-Wilhelm Rörig
dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung
für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Anlass des Interviews in der Stuttgarter Zeitung ist die nun auch bundesweite Wahrnehmung der Korntaler Missbrauchsgeschichte sowie die geplante Podiumsdiskussion auf dem Stuttgarter Kirchentag (Schwabenlandhalle Fellbach). Das endgültige Programm des Kirchentags ist ab Ende März 2015 hier zu finden.

Zitat Johannes-Wilhelm Rörig: "Täter- und Institutionsschutz stand bisher oft vor Opferschutz. Es wurde in der Vergangenheit viel vertuscht oder verschwiegen, um den Ruf der eigenen Einrichtung zu schützen. Hier muss ein umfassendes Umdenken stattfinden." (aus dem StZ-Interview)



Klarstellung

Der Internet-Auftritt der Opferhilfe Korntal ist im Einvernehmen und in Absprache mit den Betroffenen gestaltet. Die immer wiederkehrende Unterstellung, die Betreiber dieser Seite würden eigene und private Ziele verfolgen, ist unrichtig. Der ständige Versuch, sowohl Opfern wie auch Opferhelfern unlautere Motive und damit Unglaubwürdigkeit zu unterstellen, will nur von den Fakten ablenken und eine Diskussion über Personen entzünden. Diese Internetseite hat mitgeholfen, dass eine Aufarbeitung beginnen wird und sie wird mithelfen, dass sie vollendet wird.

Die Aufgabe der Opferhilfe Korntal ist es, den Betroffenen Öffentlichkeit zu verschaffen. Die öffentliche Wahrnehmung des Geschehenen ist der ausdrückliche Wunsch der Betroffenen. Dass es hierzu andere Meinungen gibt, ist verständlich. Wie anders wäre es sonst zu erklären, dass bisher alles im Verborgenen blieb?

Anstatt über die Überbringer schlechter Nachrichten zu diskutieren, sollte man besser die Verursacher der schlechten Nachrichten in den Focus rücken. Die Opfer haben ein Recht darauf.


 

Traurige Nachricht:

Viele Menschen sind noch immer der Meinung, es ginge bei der Korntaler Missbrauchsdiskussion nur um wenige Vorfälle. Nach den vorliegenden Informationen wurde aber im Zeitraum 50er-Jahre bis Anfang dieses Jahrhunderts in Korntal täglich mindestens ein Kind vergewaltigt (im statistischen Mittel). In den Jahren Ende 50er bis Anfang 80er Jahre waren es täglich mindestens drei Kinder. Mindestens heißt, es gab vielleicht noch viel mehr Vorfälle. Prügelstrafen sind bei diesen Zahlen nicht berücksichtigt.

Zeitgeist
Eine Institution, die hohe Werte und Ideale vertritt und sich damit gerne gegen den Zeitgeist stellt, kann in der aktuellen Diskussion um eigenes Versagen nicht auf den damaligen Zeitgeist (den damals üblichen Erziehungsstil) verweisen. 

Wir leben in einer Wertegemeinschaft, die definiert ist von unserem Grundgesetz. Gegenüber Menschen, die Kinder vergewaltigen, bedeutet dies: Null-Toleranz



11.02.2015
Das OLG hat entschieden, dass Detlev Zanderer für seine bevorstehende Klage auf Entschädigung keine Prozesskostenhilfe erhält. Dies macht eine private Finanzierung notwendig.

12.02.2015
In den heute zu diesem Thema erschienenen Presseartikeln spiegelt sich eines besonders wieder: Mit der "Einrede der Verjährung" bietet der Heimträger den Menschen, die in der eigenen Einrichtung zu Schaden gekommen sind, bisher nur eine juristische Argumentation an, eine menschliche dagegen nicht. Juristisch ist diese Haltung völlig korrekt, ob sie eines christlichen Trägers würdig ist, darf gefragt werden.

Und genau diese Frage beantwortet (am 12.02.2015) der Theologe Dierk Schaefer (Bad Boll) in seinem "Kommentar".

Alles dreht sich um den Heimträger und die Frage, wie er möglichst unbeschadet aus dieser Geschichte herauskommt. Aus der Geschichte kann jedoch niemand herauskommen, das Gewesene bleibt unveränderlich. Das einzig Mögliche ist der Entschluss zur Wiedergutmachung. Und damit sind wir bei den Opfern. In all' den juristischen Diskussionen kommt ihre aktuelle Lebenssituation einfach nicht vor.

Deshalb bleibt die Opferhilfe eine wichtige Aufgabe.



"Jeder, der heute einem Zeugen zuhört,
wird selbst ein Zeuge werden."

(Elie Wiesel, Friedensnobelpreisträger)


 

Sondierungsgespräch

Das erste Sondierungsgespräch zur Aufarbeitung hat am 13.01.2015 stattgefunden. Das Interesse der Presse war groß wie nie. Das Ergebnis war positiv.

13.1. | 19.30 Uhr | Landesschau aktuell Baden-Württemberg | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg

Im SWR-Beitrag wird von den Verantwortlichen deutlich ausgesprochen, dass es jetzt nicht mehr um Vorwürfe oder Beschuldigungen geht, sondern um tatsächliche Vorkommnisse.

Regio TV

Alle süddeutschen Printmedien und viele darüber hinaus haben berichtet.


 

Kirchentag 2015 in Stuttgart

Das Thema "Missbrauch" wird auf dem kommenden Kirchentag einen angemessenen Platz finden.
Lesen Sie hierzu den Bericht von Susanne Stiefel.


Dr. Christine Bergmann
ist frühere Bundesfamilienministerin, war Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und ist derzeit Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Frau Dr. Bergmann möchte eine Auseinandersetzung mit der Korntaler Missbrauchsgeschichte auf dem Kirchentag 2015 in Stuttgart. Wir begrüßen und unterstützen diese Forderung.

Mittlerweile haben die Korntaler Heimopfer auf dem Kirchentag einen Stand reserviert. Ebenso vertreten sind sie bei einer Podiumsdiskussion in der Fellbacher Schwabenlandhalle mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.


 


 

03.12.2014

Prälat i.R. Martin Klumpp:

"Ich finde, zuerst kommt die Wahrheit. Dass man gemeinsam die Wahrheit sucht, auch wenn sie, etwa für den Träger des Heims, eine unangenehme Wahrheit ist."

Dies ist ein Zitat aus dem Interview zum Thema "Kindesmissbrauch in den Korntaler Heimen", das die Journalistin Susanne Stiefel mit dem ehemaligen Stuttgarter Prälat Martin Klumpp führte. Das ausführliche Gespräch können Sie nachlesen in der Kontext-Wochenzeitung.


 

Dialog

Ein Beispiel für eine gelungene Aufarbeitung hat die Karlshöhe Ludwigsburg geliefert:

Zitat:
"Die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg ist bereits seit 2006 im Gespräch mit ehemaligen Kinderheimbewohner/innen, um dem Thema der Heimerziehung in jener Zeit Raum zu geben. Im Februar 2007 hat sich auf die Anregung ehemaliger Kinder hin eine Projektgruppe gebildet, zu der neben Vertretern der heutigen Karlshöhe sowohl ehemalige Mitarbeiter/innen als auch ehemalige Kinderheimbewohner/innen gehören."

Zur Nachahmung empfohlen!

Ebenfalls zur Nachahmung empfohlen ist, dass auf der Karlshöhe Ludwigsburg ehemalige Mitarbeiter bereit waren, über das Geschehene zu berichten. Auf das hoffen wir auch in Korntal.

Aufruf

Wir bitten ehemalige Mitarbeiter/innen der Korntaler Kinderheime, ihr Wissen über die damalige Zeit preiszugeben. Nachdem in Korntal sieben Jahre nach der Ludwigsburger Aufarbeitung immer noch keine ehemaligen Heimkinder zur Aufarbeitungs-Kommission gehören, sollten jetzt Sie, die früheren Mitarbeiter/innen, die Initiative ergreifen. Sie könnten ein Stück Wiedergutmachung leisten, indem Sie durch Ihr Zeugnis die früheren Heimkinder vom öffentlich behaupteten Makel der Unglaubwürdigkeit befreien. Eine Bestrafung der Täter wird niemals mehr stattfinden, aber Sie könnten helfen, den Opfern von damals ein Stück Würde zurückzugeben. Vielleicht helfen Ihnen dabei

Worte aus Psalm 15
Herr, wer darf weilen in Deinem Zelt,
wer darf wohnen auf Deinem heiligen Berge?
Wer untadelig lebt und tut, was recht ist
und die Wahrheit redet von Herzen.
. . .
Wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet.

Eine ehemalige Lehrerin ist bereits mit gutem Bespiel vorangegangen.



Wir sind nicht die Stimme der Betroffenen,
sondern wir wollen ihnen ihre Stimme zurückgeben.


 

 

mit freundlicher Genehmigung von Kostas Koufogiorgos


 
Im Übrigen gilt ja derjenige,
der auf den Schmutz hinweist
als viel gefährlicher als derjenige,
der den Schmutz verursacht hat.

(Kurt Tucholsky)


 

Weitere Informationen

www.heimopfer-korntal.de

Facebook-Seite

Ehemalige Heimkinder Baden-Württemberg



Wir von der Opferhilfe Korntal stellen uns vor:

Seit Anfang Mai 2014 berichtet die Presse verstärkt über den Missbrauch von Kindern in den Korntaler Heimen seit den 50er Jahren bis 2002.

Das Erscheinungsbild unserer Stadt wird seitdem geprägt durch negative Schlagzeilen und durch die einseitige Diskussion über die Täter.

Die Opfer, die sich immer zahlreicher melden, kommen bisher kaum zu Wort. Dies wirft einen Schatten auf unsere Stadt und lässt einen nachhaltigen Imageschaden befürchten. Einen Imageschaden haben insbesondere die zu fürchten, die heute gute Arbeit in den Kinderheimen machen.

Eine Gruppe von Menschen aus der Zivilgesellschaft möchte dem nicht tatenlos zusehen und wird sich darum bemühen, die Opfer zu Wort kommen zu lassen. Es ist erfreulich, dass die bisher ungesichteten Akten der Kinderheime nunmehr in ein zuständiges Archiv übergeben werden. Es wird aber einige Zeit dauern, bis diese Akten eingesehen werden können.

Was aber in keiner Akte steht, sind die persönlichen Erlebnisse der Heimkinder aus diesen früheren Jahren. Diejenigen von ihnen, die Opfer von Übergriffen geworden sind, müssen die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte zu erzählen und auch auf diese Weise hre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.

Die Täterfrage werden Gerichte klären, uns geht es darum, die Opfer bei der Bewältigung des Erlebten zu unterstützen, nicht materiell, sondern durch Zuhören und Aufschreiben.

Obwohl diese Initiative erst seit kurzem besteht, haben schon viele der damaligen Opfer wieder Kontakt untereinander gefunden und freuen sich, dass ihre Anliegen endlich auch in aller Öffentlichkeit wahrgenommen werden, denn sie waren schon viel zu lange mit ihren Problemen im Verborgenen. Die Berichte, die uns bis heute erreicht haben, sind erschütternd. Es mehren sich die Anzeichen, dass es sich nicht nur um Einzeltäter handelte.

Eine öffentliche Aufarbeitung kann auch denen helfen, die heute in den Einrichtungen arbeiten und fürchten müssen, unter Generalverdacht zu geraten.


Ansprechpartner:
Ulrich Scheuffele und Peter Meincke
mail: opferhilfe-korntal@gmx.de

Diesen Internet-Auftritt gibt es seit dem 9. Juli 2014.